KWK-Strommenge

Überarbeitet: AGFW-Richtlinie FW 308

Die AGFW-Richtlinie FW 308 ist Grundlage für die Sachverständigengutachten im Rahmen der Regelungen des KWK-Gesetzes. Anhand der in der FW 308 enthaltenen Regelungen kann die KWK-Strommenge errechnet werden. Seit Anfang des Monats existiert eine überarbeitete Richtlinie, in der das KWK-Nutzungsgradpotential einheitlich auf 80 Prozent fixiert wurde.

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Die AGFW-Richtlinie FW 308 "Zertifizierung von KWK-Anlagen - Ermittlung des KWK-Stroms" ist Grundlage für die Sachverständigengutachten im Rahmen der Regelungen des KWK-Gesetzes (KWKModG). Seit Anfang des Monats existiert eine überarbeitete Richtlinie.

Besonders umstritten war in der ersten Version der Richtlinie die Regelung hinsichtlich des vorzuweisenden Mindestnutzungsgrades von KWK-Anlagen. Hier wurden nun aufgrund des Einspruchs einiger Verbände (B.KWK, VDMA), des BHKW-Infozentrums und einiger BHKW-Anbieter/Hersteller Änderungen vorgenommen. Der zu erzielende Nutzungsgrad wurde in der bis Oktober 2002 gültigen Richtlinie bis auf eine Ausnahme (Brennstoffzelle) von dem eingesetzten Brennstoff abhängig gemacht. Leichtes Heizöl fehlte in der Auflistung vollständig. Stark kritisiert wurde dabei der hohe vorgeschriebene Nutzungsgrad bei Gas-KWK, der durch moderne, auf eine maximale Stromausbeute ausgelegte KWK-Anlagen (und hierbei insbesondere GuD-Heizkraftwerke) nicht erreicht werden konnte.

Eine Analyse der im Jahre 2001 in Deutschland angebotenen Diesel-/Gasmotoren über 2 MWel durch das BHKW-Infozentrum ergab, dass lediglich 13 von 30 Modulen einen Wirkungsgrad von mehr als 85 Prozent aufwiesen. Der über einen längeren Zeitraum gemessene und aufgrund der An- und Abfahrvorgängen zusätzlich reduzierte Nutzungsgrad würde daher nur bei einer absoluten Minderheit (weniger als 20 Prozent) erreicht werden. In der neuen Richtlinie FW 308 (in der Fassung vom November 2002), wird in einem pragmatischen Ansatz das KWK-Nutzungsgradpotential qualifizierter KWK-Prozesse im Sinne einer Normierung einheitlich auf 80 Prozent fixiert. Eine Ausnahme bilden die Müll-DT-Prozesse mit 60 Prozent.