Stichtag

Über 500 Versorger erhöhen die Strompreise

Zum Jahreswechsel steigen die Strompreise für jeden zweiten Haushalt in Deutschland. Auch Millionen Gasverbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen. Das geht aus einem am Dienstag vorgelegten Marktüberblick des Verbraucherportals Verivox hervor. Abermals wurde die Verteuerung als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Danach haben 500 Stromversorger für den 1. Januar Preiserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeute dies jährliche Mehrkosten von durchschnittlich 66 Euro.

Ein Ende der höheren Strompreise scheint nicht in Sicht. Für Februar 2011 haben der Untersuchung zufolge bereits 41 weitere Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich acht Prozent angekündigt. Die meisten Stromversorger machten die zum Jahreswechsel gestiegene EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, für den Preisanstieg verantwortlich, berichtete Verivox.

Strompreise seien eigentlich gesunken

Begründet wird die Verteuerung mit dem Anstieg der gesetzlich vorgeschriebenen EEG-Umlage, die zur Förderung der erneuerbaren Energien dient und mit der Stromrechnung kassiert wird. Allerdings stößt die Preispolitik der Stromkonzerne bei Verbraucherschützern auf scharfe Kritik. Der Energiewissenschaftler Gunnar Harms bezeichnet die höheren Strompreise in einem Gutachten für die Bundestagsfraktion der Grünen als "nicht gerechtfertigt". Sein Urteil: "Die Preise dürften nicht auf breiter Front steigen." Zu dem gleichen Schluss war auch das Verbraucherportal Verivox vor einigen Wochen gekommen. Lohnenswert ist daher ein Stromkostenvergleich und der Wechsel zu einem günstigen Anbieter.

Denn die Stromriesen hätten die Möglichkeit, den Anstieg der EEG-Umlage an anderer Stelle zu kompensieren. Schließlich seien die Beschaffungskosten für Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken. Ihre Preispolitik beschere den Stromkonzernen derzeit Rekordgewinne.