Ablauf der Eingabefrist

Über 1300 Einwendungen gegen Steinkohlekraftwerk Lubmin

Gegen den geplanten Bau des Steinkohlekraftwerks Lubmin haben mehr als 1300 Bürger und Verbände beim Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Stralsund Einwand erhoben. Weitere Einwendungen lägen den Ämtern Lubmin, Usedom-Nord, Mönchgut-Granitz sowie Bergen vor.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Stralsund/Lubmin (ddp-nrd/sm) - Eine Vielzahl der Bedenken konzentrierten sich auf die geplante Abführung der Abwärme in den Greifswalder Bodden und den zu erwartenden Auswurf von jährlich mehr als zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid. Die Eingaben sollen am 18. Dezember während einer öffentlichen Veranstaltung in Greifswald-Wieck erörtert werden. Die Prüfung der Anträge werde einige Zeit brauchen, sagte die stellvertretende Amtsleiterin Sabine Wolleschensky. Derzeit sei nicht absehbar, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy, der das zwei Milliarden Euro teure Kraftwerk am Greifswalder Bodden errichten will, hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, er erwarte noch in diesem Jahr eine Genehmigung. Der Bau soll den Plänen zufolge Mitte kommenden Jahres eginnen. Die Inbetriebnahme der zwei 800 Megawatt-Blöcke ist für 2012 vorgesehen.

WWF warnt vor Umwelt-Kollaps

Unterdessen hat die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) vor einem Umweltkollaps im Greifswalder Bodden gewarnt. Das Ökosystem des mehr als 500 Quadratmeter großen Brackgewässers sei bereits jetzt am Limit, sagte der für die Ostsee zuständige WWF-Projektleiter Jochen Lamp.

Sollten das Steinkohlekraftwerk sowie die geplanten Gaskraftwerke und die Biomasse-Raffinerie der Firma Choren in Lubmin in Betrieb gehen, würden in den Bodden stündlich mehr als 450.000 Kubikmeter Wasser fließen, dessen Temperatur um sieben Grad über der des Küstengewässers liege. Die Folgen wären regelmäßige Algenplagen, Überdüngungen und die Bildung sauerstofffreier Zonen in dem Heringslaichgebiet. Es könnte zu Badeverboten kommen, sagte Lamp: "Zudem wären unsere getroffenen Vereinbarungen mit Anglern und Wassersportler für ein umweltgerechtes Verhalten im Greifswalder Bodden verspielt."