Produktionsprobleme ausschlaggebend

UBS-Studie: Rohstoff-Mangel im Überfluss

Eine Studie der Schweizer Großbank UBS geht mittelfristig von anhaltenden Versorgungsengpässen beim Erdöl aus. Diese seien auf mangelhafte Produktion zurückzuführen. Die Spitze der Rohölproduktion werde in den nächsten 25 Jahren erreicht sein und dann von der Erdgasförderung überrundet.

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Zürich (red) - Im Bereich Energie prognostiziert die Studie mit dem Titel "UBS research focus" angesichts der mit dem Umstieg auf alternative Brennstoffquellen wie beispielsweise Erdgas verbundenen hohen Infrastruktur- und Investitionskosten für die nähere Zukunft einen weiterhin hohen Ölverbrauch. Die Produktionskapazitäten dürften aufgrund der geopolitischen Instabilität in den Erdöl produzierenden Regionen weiterhin der Nachfrage hinterherhinken. Dies ließe zumindest für die nächsten fünf Jahre auf ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen Ölangebot und -nachfrage schliessen, so die Studie.

Langfristig geht UBS davon aus, dass die Spitze der Rohölproduktion in der zweiten Hälfte der 20er Jahre dieses Jahrhunderts erreicht sein wird. Die voraussichtliche Wachstumsverlangsamung beim Ölangebot und das Potenzial einer erheblich schnelleren Ausweitung der Erdgasversorgung deuten darauf hin, dass die Ölförderung etwa ab 2030, wenn nicht gar früher, von der Erdgasproduktion überrundet wird. Zudem dürften sich im Laufe der Zeit weitere Alternativen zum Rohöl eröffnen, die jedoch umfassende Massnahmen in Bezug auf technologische Innovation und Infrastrukturerschliessung erforderlich machen sowie die Bereitschaft der Regierungen zum Verzicht auf wettbewerbsverzerrende staatliche Energiesubventionen voraussetzen. Die Preisentwicklung für Erdöl hängt dabei von der Verfügbarkeit alternativer Energieträger und der Entwicklung der Energieeffizienz ab.

Der Studie zufolge beruht der Preisanstieg an den Rohstoffmärkten weniger auf kurzfristigen Versorgungsengpässen sondern auf einer höheren Nachfrage. Oft wird dabei auf den Rohstoff-Hunger Chinas und anderer Schwellenländer hingewiesen. Die UBS-Experten gehen allerdings davon aus, dass der derzeitige Ressourcenverbrauch dieser Länder vor allem die Nachfrage der Industrieländer nach Endprodukten und Dienstleistungen darstelle. Mit höheren Pro-Kopf-Einkommen in den Schwellenländern werde sich jedoch deren Rohwarenverbrauch an denjenigen der Industrieländer annähern. Hinzu kommt das starke Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern.

Aufgrund dieser anhaltenden Nachfrage nach Rohstoffen, der derzeit relativ niedrigen Lagerbestände sowie eines Rückgangs neu entdeckter Rohstoffvorkommen rechnet die Großbank für die nächste Zeit weiterhin mit hohen Ressourcenpreisen.

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