CO2-Speicherung

UBA: Warnung vor zu hohen Erwartungen an CCS-Technologie

Das Umweltbundesamt (UBA) hat vor überzogenen Erwartungen an die Technologie zur sogenannten Kohlenstoffdioxid-Abscheidung gewarnt. Die Rolle der CO2-Speicherung unter der Erde für den Klimaschutz dürfe nicht überschätzt werden, sagte UBA-Vizechef Thomas Holzmann der "Berliner Zeitung".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Das sogenannte CCS-Verfahren "ist kein Allheilmittel für den Klimaschutz, allenfalls eine Übergangstechnik, die zudem erst mittelfristig verfügbar ist", warnte Holzmann. Wichtiger sei es, jetzt mit aller Kraft die Techniken voranzubringen, die Kohlenstoffdioxid schon heute kostengünstig vermeiden könnten. "Das sind vor allem erneuerbare Energien und eine deutlich gesteigerte Energieeffizienz."

CO2 unterirdisch speichern

Beim CCS-Verfahren wird das Treibhausgas CO2 aus den Abgasen von Kraftwerken herausgefiltert, verflüssigt und dann unterirdisch gespeichert. Für die Speicherung kommen in Deutschland leergeförderte Gasfelder oder tiefliegende spezielle poröse Gesteinsschichten in Frage. Energiekonzerne testen CCS derzeit in ersten Pilotversuchen.

CCS-Gesetz droht zu Scheitern

Kritiker halten diese Technologie für zu teuer und zu unsicher. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur CO2-Speicherung auf den Weg gebracht, zur Zeit stockt das Verfahren aber vor allem aufgrund von Diskussionen innerhalb der Unionsparteien. UBA-Vizechef Holzmann forderte die Koalition trotz seiner generellen Kritik am CCS-Verfahren auf, das Gesetz schnell zu verabschieden, um die Technik "in einem geordneten Verfahren zu erforschen".

BUND: CCS-Technik zu risikoreich

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hingegen zeigte sich über das mögliche Scheitern des CCS-Gesetzes erfreut. Die Technologie habe "zu viele Risiken" und "keine Akzeptanz in der Bevölkerung". Der BUND forderte daher, das Gesetz auch in der kommenden Legislaturperiode nicht zu verabschieden. Die SPD wirft der Union vor, den Gesetzentwurf jetzt mit Verweis auf möglichen Widerstand in der Bevölkerung aufzuhalten, ihn dann aber nach den Wahlen aber in einer aufgeweichten Variante verabschieden zu wollen.

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