Warnung

UBA: Energiehunger der Privathaushalte gefährdet Klimaziele

Die privaten Haushalte in Deutschland gehen nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) noch immer zu verschwenderisch mit Energie um. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) ließen sich in Deutschland jährlich 20 Milliarden Euro einsparen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Von 1995 bis 2005 stieg der Energieverbrauch der Haushalte um 3,5 Prozent. "Sollte unser Energiehunger weiter wachsen, könnten wir dem Klimawandel kaum begegnen", warnte UBA-Präsident Andreas Troge am Dienstag in Berlin anlässlich der Vorlage der einer Untersuchung von Umweltbundesamt und Statistischem Bundesamt hervorgeht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es allerdings eine zweigeteilte Verbrauchsentwicklung. Von 1995 bis 2000 stieg der Energieverbrauch der Privathaushalte um elf Prozent. Er sank dann aber bis 2005 vor dem Hintergrund gestiegener Energiepreise um rund sieben Prozent. Die hohe Nachfrage nach Energie erklärten die Statistiker unter anderem mit dem gestiegenen Ausstattungsgrad bei PC's, Geschirrspülern, Wäschetrocknern und Mikrowellenherden. Auch die seit 1995 um 13 Prozent gestiegene Wohnfläche trug zu der Entwicklung bei. Dabei spielte der Trend zu Ein- und Zwei-Personen-Haushalten (plus zwölf Prozent) eine wichtige Rolle.

Das Umweltbundesamt beklagt ferner hohe Leerlaufverluste bei Elektrogeräten wie Fernsehern und Computern, die nicht vollständig vom Netz getrennt werden. Das mache rund 17 Milliarden Kilowattstunden im Jahr aus und entspreche Stromkosten in Höhe von 3,3 Milliarden Euro.

Viel Energie ließe sich auch durch eine bessere Wärmedämmung und durch effizientere Heizanlagen sparen. Das UBA sieht hier allerdings zu wenig Anreize für Vermieter. Deshalb sollte der Gesetzgeber die Grenze von elf Prozent, die Vermieter bei Investitionen pro Jahr auf die Kaltmiete umlegen können, erhöht werden. Zum Schutz der Mieter müsse sie befristet und gestaffelt nach dem Einsparerfolg angelegt sein, schlägt das Bundesumweltamt vor.

Gezieltes Energiesparen in allen Bereichen kommt der eigenen Geldbörse zu Gute. Würde der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent gesenkt, könnten die Verbraucher in Deutschland ihre Energierechnung um 20 Milliarden Euro pro Jahr senken, wie der vzbv am Montag bei der Tagung "Energiesparen im Haushalt" in Berlin mitteilte. Pro Haushalt seien das 500 Euro jährlich.

Der vzbv forderte deshalb die Bundesregierung zu einer "Effizienz-Offensive" auf. Es müsse endlich Schluss sein mit jahrelangen Absichtserklärungen, sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbands, Edda Müller. Nun müssten endlich in allen Bereichen, egal ob Wärme, Elektrizität oder Mobilität, Taten folgen. Energiesparen wirke dreifach: Es spare Geld, schone Klima und Umwelt und mache Deutschland zum Weltmarktführer in einem der lukrativsten Wachstumsmärkte, erläuterte Müller.

Gefordert werden den Angaben zufolge unter anderem ein obligatorischer bedarfsorientierter Energieausweis für Altbauten sowie ein Verbot des so genannten Stand-by-Betriebs bei elektrischen Geräten. Auch eine Rückkehr zum bewährten Kennzeichnungssystem in die Energieeffizienzklassen A (beste Klasse also besonders energiesparend), B und C bei Haushalts- und Elektrogeräten sowie eine Ausweitung auf Geräte der Unterhaltungselektronik wie Fernseher mahnte der Verband an.

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