Versäumnis

TÜV Süd zieht nach Störung in Philippsburg II Konsequenzen

Die Vorfälle im EnBW-Kernkraftwerk Philippsburg werden auch beim TÜV zu personellen Konsequenzen führen. Das Prüfungsorgan räumte ein, es versäumt zu haben, das Ereignis höher zu bewerten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

In Zusammenhang mit der Bewertung der Vorfälle im Kernkraftwerk Philippsburg II zieht die TÜV Energie- und Systemtechnik GmbH Baden-Württemberg Konsequenzen: Nachdem eine interne Untersuchungskommission Ergebnisse vorgelegt hat, werden organisatorische Änderungen vorgenommen. Um deren Umsetzung voll zu gewährleisten, werden beim TÜV zudem personelle Veränderungen vorgenommen.

Nach Angaben des TÜV’s wurden ihm wesentliche Informationen von der EnBW erst nach der Erstellung des Gutachtens vorgelegt. Gleichwohl räumt der TÜV nach internen Untersuchungen ein, dass er die Störung in Philippsburg II von Anfang an hätte höher bewerten müssen, auch wenn sich die Anlage aus technischer Sicht nicht in einem unsicheren Zustand befunden hat. Die TÜV-Sachverständigen hatten den Auftrag, die Vorkommnisse im Block II auf der Basis der Betreiberangaben nachträglich zu bewerten. Der TÜV bestätigte die vom Betreiber vorgenommene Einstufung des Ereignisses auf Grund einer technisch-physikalischen Bewertung. Richtig wäre gewesen, das Ereignis nach Meldeverordnung auf die Abweichung der Anlage vom Sollzustand zum Zeitpunkt am 27./28. August zu beziehen. Eine zusätzliche Beurteilung darüber, inwieweit der Betreiber den Anlagenzustand zu jedem Zeitpunkt des Ereignisses richtig bewertet hat, sowie eine Analyse des Sicherheitsmanagements fand nicht statt.