Six-Pack

TU-Chemnitz entwickelt Speichersystem für Solarenergie

Mitarbeiter der Professur für Energie- und Hochspannungstechnik an der Technischen Universität Chemnitz arbeiten derzeit an einem Speichersystem auf Basis einen Doppelschichtkondensators, der das stetige Mehr- oder Minderangebot an Sonnenenergie ausgleichen soll. Er ist in der Lage, Energie für kurze Zeit zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Als Energielieferantin ist die Sonne unberechenbar. Mal lässt sie sich den ganzen Tag nicht blicken. Dann wiederum sorgen vorüberziehende Wolken dafür, dass für einige Augenblicke nur Schatten auf die Solarzellen fällt. Bei diesem fluktuierenden Energieangebot käme es einem Zufall gleich, dass von den Solarzellen gerade so viel Sonnenenergie bereitgestellt wird, wie tatsächlich benötigt wird. Weil sich die Chemnitzer Wissenschaftler der Professur für Energie- und Hochspannungstechnik auf derartige Zufälle nicht verlassen wollen, haben sie sich eine intelligente Lösung einfallen lassen: Um das stetige Mehr- oder Minderangebot an Sonnenenergie auszugleichen, wurde ein Speichersystem auf Basis eines Doppelschichtkondensators entwickelt, das in der Lage ist, Energie für kurze Zeit zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben.

"Dieser Puffer ist eine Basis für ein intelligentes Energiemanagement-System der Zukunft", erläutert der wissenschaftliche Mitarbeiter Mirko Bodach, der die Entwicklung des Chemnitzer Doppelschichtkondensators von Anfang an begleitete und nun die weiterführende Forschung durchführt. "Zum einen wird keine Primärenergie vergeudet, zum anderen eine gleichbleibende Elektroenergieversorgung gesichert", so Bodach. Neu ist dieses Speicherprinzip nicht - nur wesentlich besser: So verfügen herkömmliche Akkus, die heute schon für vergleichbare Zwecke verwendet werden, im Vergleich zu der Chemnitzer Lösung nicht nur über eine viel geringere Lebensdauer, sie bringen auch weniger Leistung und sind zudem wesentlich wartungsbedürftiger.

Bislang steht ein solches Speichersystem nur als Prototyp in den Chemnitzer Uni-Laboren. "Noch ist diese Technologie nicht ausgereift ", sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Mirko Bodach, obwohl sich der Doppelschichtkondensator bereits bei einer Vielzahl kleinerer Anwendungen bewährt hat - in solarbetriebenen Uhren zum Beispiel. "Aber darum geht es uns nicht", so der Diplomingenieur, "wir wollen damit zukünftig Solarenergie im großen Stil ins Netz stellen." Noch wird durch Sonnen- oder Windkraft erzeugter Strom ohne große Überlegungen in das Energienetz eingespeist. Der Grund: Weil der Strom aus der Steckdose immer noch zu 90 Prozent aus den Kraftwerken der großen Energieversorger kommt, können die stetigen Schwankungen der regenerativ gewonnenen Energiemenge vernachlässigt werden. Noch steht dem Doppelschichtkondensator allerdings sein eigener Preis im Wege: Allein die Kondensatoren kosten als Sixpack-Speicher fast 1500 Euro, weil sie heute noch in Handarbeit hergestellt werden. "Der Markt wird das regeln", ist sich Mirko Bodach aber sicher.

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