Erster Spatenstich

Trotz Klage: Baubeginn für Berlins erste Windkraftanlage am Freitag

Der Naturschutzbundes (NABU) hat wegen Verfahrensfehlern gegen die Genehmigung der ersten Windkraftanlage in Berlin geklagt. Den Naturschützern zufolge sei die Anlage zudem eine Bedrohung für Greifvögel. Der Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) hat mit Bedauern auf die Klage reagiert.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Unabhängig von einem Baustopp werde aber am geplanten ersten Spatenstich am kommenden Freitag festgehalten, sagte Köhne am Dienstag. Noch sei unklar, ob dieser "nur symbolisch" sein werde. An der Veranstaltung sollen auch Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) teilnehmen.

Köhne warnte davor, dass ein Baustopp das Risiko einer Entschädigungsklage durch den Bauträger nach sich ziehe. Auch seien weitere Bauverzögerungen möglich. Der Bezirksbürgermeister kritisierte weiter, dass die vom NABU angeführten Argumente, "sehr abenteuerlich sind". Er könne generell nicht verstehen, wie man so "dogmatisch" eine Windkraftanlage ablehnen könne.

Der NABU hatte am Montag beim Berliner Verwaltungsgericht Klage gegen die Senatsumweltverwaltung eingereicht. Die Umweltorganisation macht geltend, dass es Verfahrensfehler bei der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb der Windkraftanlage gab. Die Naturschützer befürchten auch, dass vom Aussterben bedrohte Greifvögel wie Rotmilan und Seeadler von den Rotorblättern erschlagen werden.

Die Neue Energie Berlin GmbH (NEB) will im Gewerbegebiet Pankow-Nord eine rund 180 Meter hohe Windkraftanlage errichten. Der Standort liegt in der Nähe mehrerer Naturschutzgebiete wie den Karower Teichen und dem Tegeler Fließ. Mit dem erzeugten Strom sollen rund 800 Haushalte mit Strom versorgt werden.