Verbalattacke

Trittins Reaktion: Mappus Vorwürfe "absurdes Theater"

Das Bundesumweltministerium hat erwartungsgemäß scharf auf die Vorwürfe des baden-württembergischen Umweltministers Stefan Mappus, die Atomaufsicht werde zu ideologischen Zwecken missbraucht, reagiert: Trittins Sprecher Schroeren bezeichnete sie als "völlig abwegig und substanzlos".

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Stuttgart/Berlin (ddp/sm) - Die Auseinandersetzung um die Sicherheit im badischen Atomkraftwerk Philippsburg wird hitziger: Nachdem der baden-württembergische Umweltminister Stefan Mappus (CDU) Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Freitag in Stuttgart vorwarf, die Atomaufsicht zu "politisch-ideologischen Zwecken" zu missbrauchen und "gezielte Halbwahrheiten" zu verbreiten, wies das Umweltministerium in Berlin die Vorwürfe als "absurdes Theater" zurück.

Hintergrund des Streits ist eine Nachweislücke im Block 2 des AKW Philippsburg. Das Bundesumweltministerium hatte dem Betreiberunternehmen Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) vorgeworfen, für den Fall eines plötzlichen Kühlmittelverlusts nicht ausreichend gewappnet gewesen zu sein und die Anlage trotzdem weiter betrieben zu haben. Ende Februar verpflichtete Trittins Ministerium schließlich die Landesregierung, der EnBW eine Auflage zum Schutze der Bevölkerung zu erteilen. Demnach muss die Anlage bei Zweifeln an der Störfallsicherheit vom Netz genommen werden.

Während Mappus betonte, er sei nicht länger bereit, diese "Ungleichbehandlung" mitzumachen, bezeichnete Trittins Sprecher Michael Schroeren die Vorwürfe von Mappus in Berlin als "völlig abwegig und substanzlos". Atomaufsicht habe nichts mit Ideologie zu tun. Die Bundesregierung handle nach dem Grundprinzip "Sicherheit geht vor" - in Philippsburg wie anderswo. Schroeren zufolge wurde etwa im Fall Brunsbüttel die Abschaltung der Anlage vom Bundesministerium unterstützt.