Umwelt schafft Wachstum

Trittin verteidigt Wahlprogramm der Grünen

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat das Wahlprogramm seiner Partei vor Kritik von Wirtschaftsforschungsinstituten in Schutz genommen. Bei der Bewertung gehe es manchmal nicht um wirtschaftlichen Sachverstand, sondern um Ideologie, sagte Trittin am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - So kritisiere das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) die Forderung der Grünen nach einem Mindestlohn. In zwölf EU-Staaten gebe es aber Mindestlohn-Regelungen, und diese Länder hätten teilweise beachtliche Wachstumsraten. "Hier scheint mir eher der Elfenbeinturm der Wissenschaftler das Problem zu sein", sagte der Grünen-Politiker.

Auch die Kritik, den Grünen sei Umwelt wichtiger als Wachstum, wies Trittin zurück. "Das stimmt nicht, denn Umwelt schafft Wachstum. In den vergangenen Jahren sind vor allem die Bereiche der Wirtschaft gewachsen, für die wir die Verantwortung tragen", sagte Trittin. So seien im Bereich der erneuerbaren Energien 30 000 neue Arbeitsplätze entstanden.

"Die von uns geschaffenen Rahmenbedingungen für die Energiepolitik haben dafür gesorgt, dass in Deutschland derzeit hochmoderne Kraftwerke gebaut werden in einer Größenordnung von 15 Atomkraftwerken", betonte er. Das schaffe Wachstum und Beschäftigung und sei ausdrücklich Ziel grüner Politik.