Ungebremste Nachfrage

Trittin: Öl und Gas werden nicht mehr billiger

"Ich bin kein Hellseher und beteilige mich nicht an Spekulationen. Nach Lage der Dinge müssen wir uns aber darauf einstellen, dass Öl und Gas zumindest nicht billiger werden." Das sagte Umweltminister Trittin in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Ursachen seien spekulative Öl-Einkäufe und eine ungebremste Nachfrage.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) geht davon aus, dass sich die Öl- und Gaspreise dauerhaft auf hohem Niveau halten werden. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" sagte Trittin: "Ich bin kein Hellseher und beteilige mich nicht an Spekulationen. Nach Lage der Dinge müssen wir uns aber darauf einstellen, dass Öl und Gas zumindest nicht billiger werden."

Als Ursachen für diese Entwicklung nannte er "spekulative Öl-Einkäufe" und eine "ungebremst" steigende Nachfrage aus China, Indien oder auch Brasilien. "Und natürlich ist das Öl-Angebot nicht beliebig steigerbar. Der langfristige Trend zeigt, dass der Rohölpreis um eine dauerhaft steigende Achse nach oben und unten pendelt", sagte Trittin.

Trittin zufolge muss die deutsche Wirtschaft in Zukunft viel mehr Wert auf die Einsparung von Rohstoffen und Energie legen. "Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs der Industrie werden durch Elektromotoren verursacht. Wenn man diesen Drehstrom regeln würde, könnte man in Deutschland 1,2 Milliarden Euro Produktionskosten einsparen. Außerdem würden zwei Großkraftwerke überflüssig", sagte Trittin.