"Innovationsfeindlich"

Trittin: Längere AKW-Laufzeiten lassen Strompreise steigen

Die von der Union im Falle eines Wahlsieges geplante Verlängerung der Laufzeiten von deutschen Atomkraftwerken wurde auch in dieser Woche durch alle politischen Lager hinweg heftig diskutiert. Einen Vorschlag des neuen Wirtschaftsberaters von Angela Merkel, Heinrich von Pierer, wies Umweltminister Trittin deutlich zurück.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat den Vorschlag von Unions-Wirtschaftsberater Heinrich von Pierer, Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, als investitionsfeindlich zurückgewiesen.

Eine Verlängerung der Laufzeiten nehme den Stromerzeugern nur den Anreiz, neue Kraftwerke zu bauen, sagte der Minister dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe). Auf lange Sicht würden die Strompreise sogar steigen. Daher sei die Hoffnung, eine Laufzeitverlängerung werde zu sinkenden Strompreisen führen, unbegründet.

Stattdessen würden längere Laufzeiten die Marktmacht der vier großen Stromproduzenten E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall stärken. "Die vier Atomkraftwerksbetreiber könnten mit ihren längst abgeschriebenen Atomkraftwerken Strom besonders günstig produzieren." Da könne kein Wettbewerber mithalten. Ausländische Investoren, die in Deutschland Fuß fassen wollen, würde das nur abschrecken.