Berliner Zeitung

Trittin kritisiert Atom-Pläne der Ukraine als "heiße Luft"

Die Ankündigung der Ukraine, bis 2030 elf weitere Atomreaktoren zu bauen, ruft bei Bundesumweltminister Jürgen Trittin nicht wirklich Sorgenfalten auf die Stirn - wer kein Geld für erforderliche Nachrüstungen habe, könne auch nur schwerlich neue Reaktoren finanzieren.

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Berlin (ddp) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat die Pläne der Ukraine zum Bau elf neuer Atomkraftwerke scharf kritisiert. "Wenn die Ukraine ihren Strommarkt wirklich liberalisieren will, ist dieses angebliche Atomprogramm ziemlich heiße Luft", sagte Trittin der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe).

Zwar entscheide jedes Land selbst über seine Energiepolitik, sagte der Grünen-Politiker. "Allerdings stellt sich die Frage, wie seriös die Ankündigung der staatlichen Atomgesellschaft wirklich ist: Wie will ein Land, das bisher nicht einmal in der Lage war, das Geld für erforderliche Nachrüstungen aufzubringen, den Bau neuer Atomkraftwerke finanzieren?", fragte Trittin.

Die Atombehörde der Ukraine hatte am Wochenende angekündigt, zusätzlich zu den zwei bereits geplanten Atomreaktoren elf weitere bauen zu wollen. Sie sollen bis 2030 fertig gestellt sein.