Finanzierung

Trittin: Kein Stiftungsmodell für den Atomausstieg

Ein Stiftungsmodell für den Atomausstieg wird es nach Aussage des Leiters der Atomkommission, Jürgen Trittin, nicht geben. Die Atomkonzerne würden so bei Kostensteigerungen aus der Haftung entlassen. Die Rücklagen der Unternehmen liegen bei 38,3 Milliarden - die Kosten für den Rückbau werden aber auf mindestens 47,5 Milliarden Euro geschätzt.

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Berlin (dpa-AFX/red) - Das beim milliardenteuren Atomausstieg von den Stromkonzernen angestrebte Stiftungsmodell ist vom Tisch. "Bei der Stiftungsidee der Unternehmen würden sie komplett aus der Haftung für mögliche Kostensteigerungen entlassen. Das ist mit dem Verursacherprinzip nicht zu vereinbaren", sagte Jürgen Trittin (Grüne), Leiter der Atom-Kommission, der "Rheinischen Post" (Montag). Also brauche es aus den genannten Gründen "einen anderen Weg".

Bereits am Freitag hatte die Nachrichtenagentur dpa vom Aus für das Stiftungsmodell berichtet. Jüngst war die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission mit den Vorstandschefs der vier Atomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall zu Beratungen zusammenkommen.

Rückstellungen in Form von Kraftwerken und Geldanlagen

Die unter Druck stehenden Konzerne hatten zuletzt Spekulationen zurückgewiesen, sie verfügten nicht über das notwendige Finanzpolster für Stilllegung und Rückbau ihrer Atomkraftwerke und die Entsorgung des Atommülls. Die Kosten werden auf mindestens 47,5 Milliarden Euro geschätzt. Die vier Versorger haben in der Vergangenheit insgesamt 38,3 Milliarden Euro an Rückstellungen gebildet. Die Milliarden liegen aber nicht auf dem Konto, sondern stecken in Kraftwerken, Stromnetzen oder in Finanzanlagen.