Ergebnisoffen

Trittin in Rheinsberg: Suche nach bestmöglichem Endlager geht weiter

Umweltminister Jürgen Trittin besuchte auf seiner Sommertour gestern den ehemaligen Lehr- und Versuchsreaktor der DDR in Rheinsberg, der wie alle Atomkraftwerke in den neuen Bundesländern 1990 im Zuge der Wiedervereinigung aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen worden war.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Rheinsberg (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich gestern auf seiner Sommerreise durch ostdeutsche Bundesländer über die Rückbaufortschritte im stillgelegten Atomkraftwerk Rheinsberg informiert.

Der ehemalige Lehr- und Versuchsreaktor der DDR war wie alle Atomkraftwerke in den neuen Bundesländern 1990 im Zuge der Wiedervereinigung aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen worden. Die Bundesregierung finanziert den Rückbau der Anlage und die Beseitigung der radioaktiven Altlasten. Insgesamt sind dafür 400 Millionen Euro vorgesehen. Die Sanierung soll 2011 abgeschlossen sein.

Wie Trittin feststellen konnte, sind die notwendigen Arbeiten etwa zur Hälfte erledigt. Das dabei erworbene spezielle Know-how werde auch für die im Zuge des Atomausstiegs anstehende Stillegung weiterer Atomkraftwerke nützlich sein, sagte der Minister und wies auf den enormen Aufwand hin, den die Sanierung eines Standortes verursacht, an dem nicht immer sachgerecht mit den Abfällen der atomaren Stromproduktion umgegangen wurde.

In Rheinsberg war ursprünglich vorgesehen, die radioaktiven Betriebsabfälle in auf dem Gelände verstreuten Gebäuden auf Dauer zu belassen. Die Endlagerung dieses und des bis zum gesetzlich geregelten Ende der Laufzeit aller Atomkraftwerke noch entstehenden Erbes an atomarem Müll könne nur vertretbar gelöst werden, wenn der nach Stand von Wissenschaft und Technik bestmögliche Standort in Deutschland gefunden werde, sagte Trittin. Dazu bedürfe es eines bundesweiten ergebnisoffenen Auswahlverfahrens, das klaren gesetzlich festgelegten Kriterien folgt und an dem die Öffentlichkeit beteiligt ist.