Ausbau der Erneuerbaren

Trittin in China: Weltwindkonferenz und politische Gespräche

Heute endet der zweitägige Besuch von Umweltminister Jürgen Trittin in der chinesischen Hauptstadt Peking. Dort hatte er die dritte Weltwindenergie-Konferenz eröffnet und politische Gespräche mit hochrangigen Vertretern der chinesischen Regierung geführt. Über die Bereitschaft zeigte sich der Grünenpolitiker erfreut.

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Berlin/Peking (red) - China will einen wachsenden Teil seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken. Bis zum Jahr 2020 will das Land nicht weniger als zwölf Prozent seines Stroms aus Sonne, Wind und kleiner Wasserkraft beziehen. Vor allem den Ausbau der Windkraft will China in den nächsten Jahren erheblich vorantreiben.

Deutsche Unternehmen sollen mit ihrem Know-how durch langfristige Lizenzverträge mit chinesischen Firmen an diesem Zukunftsmarkt maßgeblich beteiligt sein. "China steht vor einem großen Sprung nach vorn bei den Erneuerbaren", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs in der chinesischen Hauptstadt Peking. Dort hatte er die dritte Weltwindenergie-Konferenz eröffnet und politische Gespräche mit hochrangigen Vertretern der chinesischen Regierung geführt. Trittin zeigte sich besonders erfreut über die Bereitschaft der chinesischen Regierung, im kommenden Jahr eine Weltkonferenz für erneuerbare Energien auszurichten. Sie soll als Folgekonferenz zur "renewables" den Fortschritt der dort vereinbarten Ausbauziele überprüfen.

Mit dem ersten Vizeminister der staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC), Wang Chunzheng, hatte Trittin zuvor aktuelle Fragen der Energiepolitik erörtert: Ölpreisentwicklung, Versorgungssicherheit, Klimawandel und Armutsbekämpfung. China will zur Bewältigung dieser Herausforderungen verstärkt auf Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Diversifizierung des Energieangebotes setzen.

Dabei will China vor allem die riesigen Potentiale der Windenergie nutzen, wobei das Know-how deutscher Hersteller eine große Rolle spielen soll. Am Rande der Weltwindenergiekonferenz wurden Lizenzverträge zwischen deutschen und chinesischen Herstellern über den Bau von Windenergieanlagen unterzeichnet, die in den kommenden zehn Jahren beträchtliche Investitionen von insgesamt bis zu 600 Millionen Euro in China auslösen werden.

Auch ihre Zusammenarbeit im Umweltschutz wollen beide Länder verstärken. Im Gespräch mit dem chinesischen Umweltminister Xie Zhenhua vereinbarte Trittin die Durchführung eines weiteren deutsch-chinesischen Umweltforums. Es soll Ende 2005 in Qingdao stattfinden und sich mit Fragen der Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Energiepolitik befassen. Ferner sprachen sich China und Deutschland für eine Stärkung des UN-Weltprogramms UNEP und für dessen Ausbau zu einer Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEO) aus.