Sicherheitsbedenken

Trittin fordert: Schwerwiegenden Störfall in Temelin umfassend aufklären

Anfang Februar wurde die Pannenserie im tschechischen Atomkraftwerk Temelin fortgeführt. Bundesumweltminister Trittin fordert nun eine lückenlose Aufklärung und fühlt sich darin bestätigt, eine Betriebsgenehmigung abzulehnen.

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Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat von den zuständigen tschechischen Atombehörden nach Bekanntwerden von Details des neuerlichen Störfalls im AKW Temelin vom 7. Februar eine umfassende und schonungslose Aufklärung der Ursachen verlangt. "Die Pannenserie während der Inbetriebsetzungsphase des AKW Temelin hat mit dem jüngsten Störfall einen neuen Höhepunkt erreicht. Der gesamte Block des Kraftwerks ist durch eine Reihe von Fehlern und Ausfällen in sicherheitsrelevanten Betriebssystemen in eine schwierige Situation gebracht worden, auch wenn es glücklicherweise zu keiner Freisetzung von radioaktiven Stoffen gekommen ist", sagte der Minister. Die tschechische Atomaufsicht selbst hatte den Vorfall als ernst eingeschätzt.

Die tschechische Atombehörde soll nun unverzüglich eine tiefgehende Analyse zu den Ursachen des schwerwiegenden Störfalls sowohl in der technischen Lösung als auch im Sicherheitsmanagement des Betreibers durchführen und notwendige Maßnahmen ergreifen, forderte Trittin weiter. Eine Wiederaufnahme des Betriebs wäre anderenfalls unverantwortlich. Darüber hinaus gehöre das gesamte Qualitätsmanagement des Betreibers auf den Prüfstand, denn mehrere sicherheitsrelevante Systeme, die angeblich ordnungsgemäß geprüft waren, hätten im Anforderungsfall versagt. "Ich habe mehrfach gegenüber der tschechischen Regierung gefordert, das AKW Temelin wegen ernsthafter Sicherheitsbedenken nicht in Betrieb gehen zu lassen. Der erneute, ernsthafte Störfall bestätigt mich einmal mehr in dieser Forderung", sagte der Bundesumweltminister.

Im Rahmen bilateraler Vereinbarungen will das Bundesumweltministerium weitere Informationen zum Störfall von der tschechischen Seite einholen. Darüber hinaus hat Trittin die deutsche Reaktorsicherheitskommission (RSK) beauftragt, sich mit diesem Störfall zu befassen.