Energiewende ist Wirklichkeit

Trittin eröffnet größtes europäisches Binnenwindgebiet in NRW

Bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen hat der Bundesumweltminister am vergangenen Wochenende den größten Windpark Europas eröffnet. Schon vorher war Deutschland "Windweltmeister".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat am Wochenende das größte Binnenwindgebiet Europas "Sintfeld" bei Paderborn (Nordrhein-Westfalen) eröffnet. Das Gebiet umfasst vier Windparks mit insgesamt 65 Windkraftanlagen und einer installierten Gesamtleistung von 105 Megawatt. Jürgen Trittin: "Das Windgebiet Sintfeld zeigt, dass die Energiewende Wirklichkeit ist. Die erneuerbaren Energien werden ausgebaut. Kraft-Wärme-Kopplung wird gefördert. Aus der Atomenergie wird ausgestiegen."

Mehr als die Hälfte des Windstroms in Europa und über ein Drittel der Weltproduktion dieser Energieform werden in Deutschland erzeugt. Mit derzeit etwa 7000 Megawatt installierter Leistung hat die Bundesrepublik ihren Platz als Windkraftweltmeister weiter ausgebaut. Zum Vergleich: Im Herbst 1998 waren erst 3000 Megawatt am Netz. Zurzeit trägt die Windenergie bereits 2,5 Prozent zur Stromerzeugung bei. Sie entwickelt sich auch zu einer neuen Jobmaschine. Inzwischen finden in dieser Branche 30 000 Menschen Arbeit und Einkommen. Die Vorreiterrolle der Windkraft bei der Nutzung der erneuerbaren Energien soll nach Auffassung Trittins fortgeschrieben werden. Es ist das Ziel der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2010 auf 12,5 Prozent zu verdoppeln. Dabei spielt neben der Windkraft zunehmend die Biomasse eine Rolle.

Von dem für die erneuerbaren Energien typischen dezentralen Ausbau profitierten gerade die strukturschwachen ländlichen Regionen und der Mittelstand. So erhalten die Grundstückseigentümer (Landwirte) im Windgebiet Sintfeld im Rahmen eines Verpachtungsmodells zwischen 800 und 1200 DM pro Hektar für die Nutzung ihrer Flächen. Dies entspreche etwa fünf Prozent des Erlöses aus der eingespeisten Energiemenge und zugleich ungefähr dem Erlös einer zweiten Ernte.