Trittin: Erfolge bei der Energiewende nicht zunichte machen

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat dem Bundeskabinett die ersten vorläufigen Abschätzungen zur Entwicklung des Kohlendioxid-Ausstoßes im vergangenen Jahr in Deutschland erläutert, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) vorgelegt hat. Danach ist - wie schon in den 90er Jahren mehrfach - ein leichter Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen um 0,2 Prozent (etwa 1,5 Millionen Tonnen) festgestellt worden. Als Ursachen gibt das DIW insbesondere eine verstärkte Nutzung der Kohlendioxid-intensiven Energieträger Braun- und Steinkohle an. In diesem Zusammenhang betonte Jürgen Trittin die Notwendigkeit des zügigen Ausbaus der Kraft-Wärme-Kopplung. Er mahnte insbesondere die Energiewirtschaft, ihre selbst gesteckten Klimaziele einzuhalten.


"Erstmals seit 1990 hat der Kohlendioxid-Ausstoss in der Energiebranche absolut zugenommen. Die Gründe liegen auf der Hand: Zwei moderne Braunkohlekraftwerke in Lippendorf und Boxberg sind in jüngster Zeit ans Netz gegangen, ohne dass alte und ineffiziente Anlagen abgeschaltet wurden. Auch die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung wird zurückgedrängt. Dies zeigt mit aller Deutlichkeit, dass die von der Bundesregierung in Angriff genommene Energiewende von einem Modernisierungsschub in der Energiebranche begleitet werden muss", sagte Trittin. Es gehe nicht an, dass die Erfolge - etwa im Bereich erneuerbarer Energien und beim Einsatz rationeller und sparsamer Energietechniken - durch abgeschriebene Anlagen zunichte gemacht würden. Dies widerspreche klar der Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Klimavorsorge.


Nach Ansicht von Minister Trittin unterstreichen die Zahlen einmal mehr die Dringlichkeit, das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung konsequent umzusetzen. Das betreffe die Wirtschaft ebenso wie die privaten Haushalte und den Verkehr. Daher sei es zu begrüßen, dass das von der Bundesregierung initiierte Sanierungsprogramm für den Gebäudebestand angelaufen sei. Notwendig sei nach Auffassung des Ministers auch der Ausbau der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung, der bis 2005 allein zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid zusätzlich reduzieren würde. Perspektivisch sei auch der Einsatz von modernen Gas- und Dampf-Kraftwerken zur Stromerzeugung notwendig. Dies habe nicht allein Gründe im Klimaschutz, sondern würde auch dafür sorgen, dass Deutschland Stromerzeuger mit fortschrittlicher Technik bleibe und im internationalen Wettbewerb auf einem liberalisierten Energiemarkt bestehen könne.