Lohnenswerte Investition

Trittin: Erdgasfahrzeuge haben Praxistest bestanden

In verschiedenen deutschen Regionen ging jetzt ein bundesweites Pilotvorhaben zur Praxistauglichkeit von Erdgasautos zu Ende. Umweltminister Trittin zog eine durchweg positive Bilanz: Die Fahrzeuge sind sauber, sicher und leise.

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Erdgasfahrzeuge haben nicht nur Marktreife erlangt, sie haben ihren Praxistest erfolgreich bestanden. Dieses Fazit zog Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Abschluss eines mehrjährigen Pilotvorhabens des Bundesumweltministeriums, mit dem die Praxistauglichkeit von Erdgasfahrzeugen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands nachgewiesen wurde. "Erdgasfahrzeuge sind sauber, sicher und leise. Sie schonen die Umwelt und verringern die aus dem Verkehr resultierenden Gesundheitsbelastungen. Zugleich erfüllen sie alle Anforderungen, die zurzeit an moderne Fahrzeugtechnik gestellt werden. Dem breiten Einsatz von Gasfahrzeugen steht somit nichts im Wege", zog Jürgen Trittin heute während der Abschlussveranstaltung in Hannover Bilanz. Die niedersächsische Landeshauptstadt gehört zu einer von insgesamt vier Modellregionen, in denen das Pilotprojekt durchgeführt wurde.

Im Rahmen des Vorhabens wurden mit finanzieller Unterstützung von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt in Höhe von etwa 42 Millionen DM an den Standorten Hannover, Augsburg, Bad Harzburg/ Landkreis Wernigerode und Insel Usedom knapp 3300 Fahrzeuge auf Erdgasbasis angeschafft bzw. umgerüstet. Dabei wurden die unterschiedlichen Bedingungen in Großstädten, ländlichen Regionen sowie Kur- und Bäderorten berücksichtigt. Durch den Einsatz der Erdgasfahrzeuge konnten insgesamt über 100 Tonnen Stickoxide und etwa 11 Tonnen Dieselruß-Partikel pro Jahr in den Modellregionen vermieden werden. Positive Umwelteffekte ergaben sich auch durch die Umsetzung weiterer, vom BMU geförderter verkehrsplanerischer Maßnahmen an den Standorten. So wurde das Straßenbahnnetz in Augsburg und das Schienennetz der Usedomer Bäderbahn erweitert. Auch die Tankstelleninfrastruktur wurde im Zuge des Vorhabens ausgebaut, sodass derzeit nahezu 210 Erdgastankstellen in Deutschland zur Verfügung stehen.

Der Betrieb von Erdgasfahrzeugen rechne sich heute schon, so Jürgen Trittin. Die erhöhten Investitionen bei der Anschaffung würden mit einem um gut 75 Prozent reduzierten Mineralölsteuersatz schnell wieder wett gemacht. "Gerade für Taxi- und andere Vielfahrer im innerstädtischen Bereich ist Erdgas eine wirtschaftliche Alternative zum Diesel, der aufgrund immer noch fehlender Partikelfilter bei Fahrzeugen deutscher Hersteller zu einer erheblichen Belastung der Stadtluft mit krebsbegünstigenden Rußpartikeln beiträgt", meinte Trittin. Deshalb haben Bundesumweltministerium, Gaswirtschaft und Berliner Senat erfolgreich das Projekt "Tausend Umwelttaxis in Berlin" (TUT) gestartet. BMU stellt dafür Mittel in Höhe von über acht Millionen DM bereit.