Strompreise

Trittin: Energiekonzerne "zocken" Verbraucher ab

Kurz vor Einrichtung einer Wettbewerbsbehörde erhöhen die deutschen Strom- und Gaskonzerne die Preise und zocken derart die Verbraucher regelrecht ab - dieser Meinung ist zumindest Bundesumweltminister Trittin. Die letzten Preissprünge seien keinesfalls gerechtfertigt und reine Preistreiberei, sagte Trittin.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.vwd/sm) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat den deutschen Strom- und Gaskonzernen "Preistreiberei" vorgeworfen. Die Konzerne würden die Verbraucher kurz vor Arbeitsbeginn einer starken Wettbewerbsbehörde mit fadenscheinigen Argumenten noch einmal "regelrecht abzocken", sagte Trittin dem ostdeutschen Unternehmermagazin "Wirtschaft & Markt" (November-Ausgabe).

So sei es "abenteuerlich", wenn Vattenfall Europe seine Tarifanhebung mit dem gestiegenen Ölpreis begründe. Schließlich werde der Strom beim größten Stromanbieter Ostdeutschlands ausschließlich auf der Basis heimischer Braunkohle erzeugt, betonte der Grünen-Politiker. Nach seiner Ansicht sind die letzten Preissprünge der Energiekonzerne nicht gerechtfertigt. Sie beruhten auf einer Monopolstellung und nicht auf der realen Kostenentwicklung. Trittin zeigte sich zuversichtlich, dass die neue Kontrollinstanz ab Januar 2005 genügend rechtliche Möglichkeiten erhalte, "dass sie kein zahnloser Regulierer wird".