Windenergie

Trittin besucht erste deutsche Offshore-Windkraftanlage

Bundesumweltminister Trittin gestern die erste Windenergieanlage besichtigt, die unter Offshore-Bedingungen installiert wurde. Dabei betonte der Minister, dass Windenergie ein regelrechtes Konjunkturprogramm für die Küstenregion sei - bis 2010 sollen 3000 Megawatt Offshore-Leistung installiert sein.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Emden (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat gestern in der Nähe von Emden die erste Windenergieanlage in Deutschland besichtigt, die unter Offshore-Bedingungen installiert wurde. Die 4,5-Megawatt-Anlage des Herstellers Enercon ist zwar küstennah, aber vom Wasser aus errichtet worden. "Damit ist weltweit erstmals bewiesen, dass auch die riesigen Anlagen der 5-Megawatt-Klasse aus technischer und logistischer Sicht im Meer errichtet werden können", sagte Trittin. Ein wichtiger Meilenstein für den Aufbau einer zukunftsorientierten Stromversorgung sei erreicht, so der Bundesumweltminister.

Die Windkraftanlage ist Prototyp einer neuen Generation und wird im Jahr rund 15 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Dies entspricht dem Jahresbedarf von etwa 15.000 Verbrauchern und erspart der Atmosphäre fast 10.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. In ihrer Strategie zur Nutzung der Windenergie auf See hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, dass in der deutschen Nord- und Ostsee bis zum Jahr 2010 rund 3000 Megawatt und bis zum Jahr 2030 zwischen 20.000 und 25.000 Megawatt Offshore-Leistung umwelt- und naturverträglich installiert werden. "Die Bundesregierung hat im Erneuerbaren-Energien-Gesetz festgeschrieben, dass schon innerhalb der nächsten 15 Jahre ein Fünftel des deutschen Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden soll. Den Löwenanteil davon wird die Windenergie beitragen", so Trittin.

Der Bundesumweltminister betonte, dass der Windstrom innerhalb dieses Zeitraums mit einem moderaten Ausbau der Netze kostengünstig in das deutsche Stromnetz integrierbar sei. "Wir stehen vor der Aufgabe, in den nächsten 20 Jahren eine zukunftsorientierte Stromversorgung für das 21. Jahrhundert aufzubauen", sagte Trittin. Mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) habe die Bundesregierung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen. "Wir erwarten ein Investitionspotenzial von rund 45 Milliarden Euro in den nächsten 25 Jahren. Das ist ein Konjunkturprogramm besonders für die Küstenregion", sagte Trittin.