Stadtwerkeverbund

Trianel bleibt mit Erneuerbaren auf Erfolgskurs

Der Stadtwerkeverbund Trianel blickt im Gegensatz zu einigen Energiegiganten recht optimistisch in die Zukunft. 2014 konnte das Unternehmen seine Gewinne im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Die Firma hat sich im Zuge der Energiewende neu ausgerichtet.

Solarkollektoren© Franz Metelec / Fotolia.com

Düsseldorf (dpa/red) - Während Energieriesen wie Eon oder RWE noch massiv mit den Folgen der Energiewende zu kämpfen haben, soll es bei Deutschlands größtem Stadtwerkeverbund Trianel bald wieder aufwärts gehen. Geschäftsführer Jörg Vogt sagte am Montag in Düsseldorf, die Talsohle beim Gewinn werde bereits 2015 durchschritten. Ab 2016 erwarte man durch die 2013 eingeleitete strategische Neuausrichtung wieder steigende Ergebnisse.

Trianel verfolgt mehrere Standbeine

Profitieren will das Unternehmen dabei nicht zuletzt vom Ausbau der Handelsaktivitäten für seine rund 120 Mitglieds-Stadtwerke, die Konzentration der Projektentwicklung auf erneuerbare Energien und fertige Angebotspakete etwa für Photovoltaik-Dachlösungen ("Energiedach") oder Blockheizkraftwerke ("Energieblock"). Diese können die beteiligten Stadtwerke ihren Kunden anbieten.

Unternehmen fährt deutlich geringere Gewinne ein

Schon 2014 konnte Trianel den Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr auf mehr als 5,2 Millionen Euro verdoppeln. Vor Steuern lag das Plus allerdings nur bei knapp sechs Prozent. Von früheren Gewinnhöhen ist das Unternehmen damit noch weit entfernt: 2011 hatte Trianel ein Vorsteuerergebnis von 13,7 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 7,2 Millionen Euro ausgewiesen. Der Trianel-Umsatz verringerte sich 2014 durch das niedrigere Preisniveau im Energiegroßhandel um 12,2 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro.

Nach wie vor belasteten Verluste im konventionellen Kraftwerksgeschäft das Ergebnis, betonte Trianel-Chef Sven Becker. Hier musste das Unternehmen 2014 erneut hohe Rückstellungen vornehmen.

Konzentration auf Erneuerbare

Inzwischen setzt Trianel vor allem auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Ein Offshore-Windpark vor der Nordseeinsel Borkum mit einer Leistung von 200 Megawatt befindet sich bereits im Probebetrieb und soll im September offiziell eröffnet werden.

Im kommenden Jahr rechnet Becker mit der Bauentscheidung für einen zweiten Bauabschnitt, der die Leistung des Windparks verdoppeln soll. Außerdem sollen über die Projektentwicklungstochter Trianel Erneuerbare Energien mehr als 500 Millionen Euro in Windkraftwerke an Land und in Photovoltaik-Anlagen investiert werden.

Quelle: DPA