Kältemittel

Treibhausgase in Autos weiter an der Tagesordnung

Umweltschützer haben der Automobilindustrie vorgeworfen, das Verbot eines umstrittenen Kältemittels für Klimaanlagen durch juristische Tricks zu umgehen. Die Unternehmen nutzten "rechtswidrige Tricks", um die nach dem 1. Januar 2011 bei neu zugelassenen Pkw-Typen in der EU eigentlich verbotene Substanz R134a weiter zu nutzen.

CO2 Emissionen© designeo / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das erklärten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der ökologisch orientierte Verkehrsclub VCD am Mittwoch gemeinsam in Berlin. Sie umgingen dieses Verbot für R134a, indem sie neue Modelle lediglich als Erweiterungen der Vorgängergenerationen deklarierten anstatt für sie neue behördliche Typgenehmigungen zu beantragen.

"Dass die Behörden diese Praxis tolerieren und ganz klar neue Fahrzeugtypen als 'alte Fahrzeugtypen' durchwinken, ist ein Skandal", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Der R134a-Ausstieg werde dadurch um Jahre verzögert. Die Umweltschützer forderten für die Hersteller, die rechtswidrig Fahrzeuge mit dem Kältemittel auf den Markt brächten, eine Strafzahlung von 665 Euro pro Auto.

Warum R134a weiterhin genutzt wird

Die DUH kritisiert den Einsatz des Kältemittels schon seit längerem. Das Mittel, das eigentlich Tetrafluorethan heißt, wurde ursprünglich als Ersatz für das seit fast 20 Jahren verbotene FCKW eingeführt, das die Ozonschicht zerstört. R134a ist allerdings ein starkes Treibhausgas, weshalb sein Einsatz allmählich reduziert und nach einer EU-Richtlinie ab 2017 für alle Neuwagen verboten sein soll.

CO2 ist noch nicht einsetzbar

Als Alternative fasst die Autoindustrie den Ersatzstoff 1234yf ins Auge, ebenfalls ein fluorierter Kohlenstoff. Er ist aber entflammbar und bildet beim Verbrennen ein hochgiftiges und extrem ätzendes Gas. Der Autobauer Daimler etwa will den Stoff deshalb lieber nicht einsetzen. Langfristig setzen die Hersteller auf Kohlendioxid als Kältemittel. Die Technik soll aber erst in mehreren Jahren einsatzbereit sein.

Die Deutsche Umwelthilfe wirft den Konzernen vor, den R134a-Ausstieg aus finanziellem Kalkül hinauszuzögern. Eine Füllung sei um etwa 80 Euro billiger als eine mit 1234yf oder C02, hatte die Organisation im März erklärt.

Quelle: AFP