Vortrag

Trautmann zu erneuerbaren Energien: Wachstumsmarkt mit guten Perspektiven

Karl-Heinz Trautmann, derzeit noch Vorstandsvorsitzender der Energieversorgung Offenbach, sprach sich vor Bundes- und Landespolitikern von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin für einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien aus und bewertete das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Bundesregierung als "grundsätzlich erfolgreiches Instrument".

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Ob Biomasse, Windkraft oder Sonnenenergie – die Zukunft der Energiewirtschaft liegt in der dezentralen Erzeugung. Diese Auffassung hat vor kurzem der scheidende Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach AG (EVO), Karl-Heinz Trautmann, vor Bundes- und Landespolitikern von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin vertreten. Auf Einladung des Grünen-Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer sprach sich der EVO-Chef in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien aus und bewertete das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Bundesregierung als "grundsätzlich erfolgreiches Instrument". Trautmann wechselt – wie bereits berichtet – Anfang Oktober in den Vorstand der EVO-Muttergesellschaft MVV Energie AG in Mannheim.

Der EVO-Manager machte vor seinen Zuhörern deutlich, dass das Gesetz langfristige Abnahmegarantien und verbindliche Einspeisetarife biete. Investoren erhielten damit eine sichere Grundlage für ihre Kalkulation. Im Übrigen habe das EEG längst international Nachahmer gefunden, sagte Trautmann und wertete dies als klaren Beweis dafür, dass das Gesetz sinnvoll sei. Zugleich äußerte sich der Manager besorgt über die aktuelle EEG-Debatte und die beharrlich vorgetragenen Kürzungsvorschläge: Eine Investitionssicherheit auf lange Sicht werde nur dann gewährleistet sein, wenn der Bund die jeweiligen Vergütungssätze beibehalte und in Einzelfällen moderat erhöhe. Zugleich forderte Trautmann eine faire und gleichmäßige Verteilung der Kosten mit Hilfe einer bundesweit einheitlichen Umlagefinanzierung.

Eine sichere und zuverlässige Stromversorgung könne mit Hilfe erneuerbarer Energien gewährleistet werden, urteilte Trautmann vor seiner Zuhörerschaft in der Akademie am Gendarmenmarkt. In der Umwelttechnik – etwa bei Biomasse-Heizwerken oder Solaranlagen – habe Deutschland eine Spitzenstellung im internationalen Vergleich erobert. Der Manager zeigte sich überzeugt, dass die erneuerbaren Energien in Zukunft massiv an Gewicht gewinnen würden. "Das ist ein Wachstumsmarkt mit guten Perspektiven." Die MVV habe entsprechend gehandelt und eigens eine Tochter gegründet – die MVV Erneuerbare Energien GmbH, in der alle entsprechenden Geschäfte gebündelt seien.

In Bioenergieprodukte hat der Konzern nach Darstellung von Trautmann bisher insgesamt 255 Millionen Euro investiert. Entstanden sind vier Biomasse-Heizwerke in Ruhpolding, Bad Endorf, Gengenbach und Dannenberg. In Planung oder Bau befinden sich laut Trautmann Anlagen in Mannheim, in Flörsheim-Wicker (bei Wiesbaden) und in Königs-Wusterhausen (bei Berlin). Planmäßig werde die MVV auch den Bau von Wind- und Solaranlagen vorantreiben. "Bis zum Jahr 2005 wollen wir 600 Megawatt aus dezentralen regenerativen Quellen erzeugen", berichtete der Vorstandschef.