Brunsbüttel und Krümmel

Trauernicht rechnet mit weiteren Reaktor-Mängeln

Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) rechnet nach den Störfällen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel mit der Entdeckung weiterer Mängel. Dies sei im Zuge von Revisionen ein "üblicher" Vorgang, sagte die für die Reaktorsicherheit zuständige Politikerin im Deutschlandfunk.

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Köln (ddp/sm) - Eine Prognose, wann die Atommeiler wieder ans Netz gehen können, wollte Trauernicht nicht wagen. Es müssten hochkomplexe technische Fragen und menschliche Fehler untersucht werden. Dies könne bis zu einige Monaten in Anspruch nehmen.

Vorwürfe, Informationen zurück gehalten zu haben, wies Trauernicht erneut zurück. Die Anschuldigungen seien "völlig offensichtlich" von der Atomlobby gestreut worden, um die Atomaufsicht in Misskredit zu bringen und von technischen Problemen beim Betreiber Vattenfall abzulenken.

Am Mittwochmittag wollte in Berlin der Bundestagsausschuss für Reaktorsicherheit mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) über mögliche Konsequenzen der Störfälle auf einer Sondersitzung beraten. Trauernicht forderte Gabriel auf, "grundsätzliche Fragen der Qualitätssicherung, die bislang ganz offensichtlich nicht Standard" seien, aufzugreifen.

Neben einer Stimmaufzeichnung in der Reaktorwarte sprach sich Trauernicht auch für die Umkehr der Beweislast bei Störfällen aus. Angesichts des zunehmenden Alters der Meiler solle das "betreiberfreundliche" Atomgesetz entsprechend geändert werden.