Hochspannungsleitung durch Thüringer Wald

Trassenkritiker wollen Energieleitungs-Gesetz des Bundes stoppen

Die Gegner der geplanten Hochspannungsleitung durch den Thüringer Wald haben das geplante Energieleitungsausbaugesetz der Bundesregierung kritisiert. Die Initiative aus 33 thüringischen und bayerischen Städten, Gemeinden, Landkreisen und Vereinen wirft der Bundesregierung vor, damit die Bürgerbeteiligung und die Rechte der Länder stark einzuschränken.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Außerdem würden die umstrittene 380-Kilovolt-Leitung durch den Thüringer Wald und 23 weitere Stromleitungsprojekte durch das Gesetz festgeschrieben. Die Diskussion von Alternativen werde unmöglich gemacht, sagte die Sprecherin der Thüringer Initiative Petra Enders im MDR Thüringen Journal.

Vattenfall will die Hochspannungsleitung durch den Thüringer Wald errichten, um Strom aus Wind aus Norddeutschland in ganz Europa verkaufen zu können. Die Leitung soll nach neuen Plänen am Rennsteig unterirdisch verlegt werden, um auf bis 100 Meter hohe Masten verzichten zu können. Die von den Leitungen betroffenen Gemeinden lehnen die Trasse ab und fordern stattdessen das bestehende Stromnetz effektiver zu nutzen. Die Initiativen gegen die Trasse in Thüringen und Bayern wollen über die Landtage versuchen, das Bundesgesetz zu stoppen.

Das Kabinett hatte am 18.Juni den Entwurf für ein "Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze" beschlossen.