Atommüll

Transportstopp: Sorge um Sicherheit von Castoren

Für Atombehälter besteht in Niedersachsen derzeit ein Transportstopp. Der Grund: Für die an den Behältern angebrachten Haken beanstandet das Landesumweltministerium fehlende Sicherheitsnachweise. Rund 315 solcher Castoren befinden sich in Deutschland. Die Grünen verlangen eine sofortige Klärung.

Atommüll© Thomas Bethge / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Angesichts bekannt gewordener Sicherheitsbedenken bei Castor-Behältern haben die Grünen eine rasche Aufklärung verlangt. "Die Sicherheit der Atombehälter muss überall lückenlos gewährleistet und dokumentiert sein", sagte Parteichefin Simone Peter am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Transportstopp in Niedersachsen

Niedersachsen hatte einen Transportstopp für Castor-Behälter im Land verhängt. "Das Problem ist nicht auf Niedersachsen beschränkt", sagte Peter. In Niedersachsen dürfen 58 Castorbehälter mit radioaktivem Müll vorerst nicht mehr bewegt werden.

Das Landesumweltministerium hatte das mit einer mangelhaften Dokumentation der Qualitätsprüfungen für bestimmte Teile der tonnenschweren Behälter begründet. Genehmigungen zum Transport soll es dort erst wieder geben, wenn die zum Anheben der Behälter nötigen Haken ausgetauscht sind - oder ein lückenloser Nachweis über deren Zuverlässigkeit besteht.

Nachweis-Problem bei 315 Castoren

Bundesweit sind inklusive der niedersächsischen Behälter 315 Castoren von diesen Nachweis-Problemen betroffen. Entsprechende Angaben Niedersachsens wurden in der Bundesregierung bestätigt.

Fragen der Zuständigkeit

Grünen-Chefin Peter forderte: "Das Bundesamt für Materialforschung hat sicherzustellen, dass solche Mängel gar nicht erst auftreten." Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung in Berlin ist für bestimmte technische Überprüfungen der Castor-Behälter zuständig. Es ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums.

Am Freitag herrschte allerdings zunächst Unklarheit über die Zuständigkeiten. Ein Sprecher des Wirtschaftsressorts in Berlin hatte in der Sache ans Bundesumweltministerium verwiesen. Eine Sprecherin dieses Hauses hatte betont: "Wir gehen davon aus, dass die Sicherheit der Behälter nicht betroffen ist."

Zunächst keine Transporte geplant

Die überall in Deutschland zwischengelagerten Castoren müssen gelegentlich für Reparaturen, Inspektionen oder auch für die alle fünf Jahre anstehende verkehrsrechtliche Zulassung bewegt werden. Unmittelbar sind wohl aber keine Transporte geplant, bei denen die fraglichen Haken gebraucht würden.

Von dem Problem des mangelnden Sicherheitsnachweises der Haken nicht betroffen sein sollen die nächsten Atommüll-Transporte aus Sellafield in England (voraussichtlich 2017) und aus La Hague in Frankreich (frühestens 2016), wie es aus der Bundesregierung hieß.

Quelle: DPA