Zum UN-Klimaratsbericht

Töpfer: Atomkraft kein Mittel im Kampf gegen den Klimawandel

Der ehemalige Umweltminister Töpfer sieht die Kernenergie nicht als probates Mittel im Kampf gegen den Klimawandel an. Atomkraft dürfe nur vorübergehend eine Rolle spielen. Statt dessen müsse massiv in erneuerbare Energien investiert werden, so Töpfer.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Vor der Veröffentlichung des 3. Berichts des UN-Klimarates am Freitag spricht sich der ehemalige Chef des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, gegen eine längere Nutzung der Atomkraft aus. Die Atomkraft dürfe nur noch übergangsweise eine Rolle spielen, auch wenn diese zur Minderung des Kohlendioxidausstoßes beitrage, sagte der ehemalige Bundesumweltminister am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Es stehe fest, dass mit der Kernenergie das Problem des Klimawandels nicht bewältigt werden könne. Jetzt müsse massiv in die Entwicklung erneuerbarer Energien investiert werden und Energie effizienter genutzt werden.

Töpfer sagte mit Bezug auf die Atomkraft als Brückentechnologie: "Es liegt in unserer Hand, dass wir diese Brücke so kurz wie möglich machen, dass wir möglichst bald das gegenüber liegende Ufer erreichen, damit wir ohne Kernenergie auskommen." "Saubere Kohlekraftwerke" hingegen werden nach Ansicht Töpfers "sicher noch lange gebraucht", denn Indien, China und die USA verfügten über große Kohlereserven.

Töpfer lobte zugleich den Stand der Entwicklung erneuerbarer Energien in Deutschland: "Deutschland ist das führende Land in der Windenergie. 70 Prozent dessen, was in der Windenergie erzeugt wird, wird exportiert." Bei Geothermie und Sonnenenergie könne man noch mehr tun. Bei alternativen Kraftstoffen müsse man allerdings aufpassen, dass man "nicht den Teufel mit dem Belzebub" austreibe. Bei der Erzeugung von Biosprit dürfe man nicht den Wasserhaushalt, die intakte Natur und die Ernährungsbasis der Welt in Frage stellen.