Stromanbieterwechsel

Tipp der Verbraucherzentrale: Anbieter wechseln und sparen

Angesichts stetig steigender Strompreise denken viele Kunden über einen Wechsel des Stromanbieters nach, scheuen oftmals aber den entscheidenden Schritt. Die Verbraucherzentrale NRW rät allen Verbrauchern zum Wechel und gibt Tipps, was dabei zu beachten ist. Angst vor einem Stromausfall muss demnach niemand haben!

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - "Unwissenheit um die einfachen Wechselmodalitäten sowie die Sorge, irgendwann im Dunkeln sitzen zu müssen sind wesentliche Gründe, den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter auf die lange Bank zu schieben", weiß die Verbraucherzentrale NRW aus ihrer Beratungserfahrung. Die Verbraucherschützer erklären, welche Schritte beim Anbieterwechsel nötig sind.

Verbraucher können Stromanbieter frei wählen

Seit 1998 können Verbraucher frei wählen, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen. Neben den herkömmlichen Versorgern – meist die örtlichen Stadtwerke – liefern inzwischen weitere Unternehmen überregional oder bundesweit Strom. Dabei gibt es keine Qualitätsunterschiede bei dem, was aus der Steckdose kommt.

Stromvergleich: Bestandteile der Stromtarife

Um den günstigsten Anbieter ausfindig zu machen, müssen Kunden zunächst die Bestandteile von Stromtarifen kennen. Dieser besteht in der Regel aus einem Grundpreis, der in Euro pro Monat oder Euro pro Jahr angegeben ist. Darüber hinaus gibt es einen Verbrauchs- oder Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde. Bei manchen Unternehmen wird der Grundpreis noch in einen Leistungs- und einen Verrechnungspreis (Zählermiete) aufgeteilt. Wichtig ist, immer nur Bruttopreise miteinander zu vergleichen, in denen Stromsteuer, aktuelle Mehrwertsteuer, alle sonstigen Abgaben und das Netznutzungsentgelt schon enthalten sind.

Stromverbrauch von der letzten Jahresabrechnung

Um den günstigsten Stromtarif zu finden, muss man wissen, wie viel Strom man im Jahr verbraucht. Dazu genügt ein Blick auf die letzte Jahres-Stromabrechnung, mit deren Hilfe können Wechselwillige die Preise anderer Anbieter vergleichen. Hilfreich sind hierbei Stromtarifrechner im Internet wie auf Strom-Magazin.de, die Preisvergleiche der Jahreskosten bei verschiedenen Versorgern ermöglichen.

Tipp: Details beim Stromvertrag beachten

Je kürzer die Vertragsbindung, umso flexibler ist der Stromkunde. Die Verbraucherzentrale NRW rät, sich nur auf Vertragslaufzeiten von maximal einem Jahr einzulassen. So können Verbraucher auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren und gegebenenfalls zu einem neuen Anbieter wechseln. Darüber hinaus rät die Verbraucherzentrale von Anteboten mit Vorauszahlung ab.

Wechsel des Stromversorgers kostet nichts

Hat man sich für einen neuen Anbieter entschieden und den Vertrag abgeschickt, kümmert sich der neue Versorger um die Kündigung des alten Tarifes. Für den Wechsel dürfen keine Entgelte verlangt werden. Es ist auch kein Austausch von Zählern erforderlich! Der bisherige Versorger schickt eine Bestätigung der Kündigung und eine Schlussrechnung über den bis zum Wechsel verbrauchten Strom.

Kein Stromausfall durch Anbieterwechsel

Niemand muss fürchten, nach einem Wechsel des Anbeiters im Dunkeln zu sitzen. Denn die so genannte Versorgungspflicht regelt, dass die Stromversorgung immer reibungslos funktioniert. Sollte der neue Versorger aus irgendwelchen Gründen ausfallen, erfolgt die nahtlose Belieferung durch den örtlichen Grundversorger. Verbrauchern bleiben dann drei Monate Zeit, sich einen neuen Stromversorger zu suchen.