Konsequenzen

Tiefsee-Förderverbot und steigende Benzinpreise (Upd.)

Ein Förderverbot für Öl aus der Tiefsee als Konsequenz der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko könnte nach Ansicht einer Energieexpertin zu Ölknappheit führen. Mit steigenden Benzinpreisen aufgrund der Knappheit sei zu rechnen, das gelte auch für Europa und für Deutschland.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - "Ohne Tiefsee-Bohrungen wird in den kommenden Jahren die steigende Ölnachfrage nicht zu decken sein", sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der "Bild"-Zeitung. "Uns droht somit eine Energiekrise."

Entsprechend könnten bei einem Förderverbot nach Ansicht Kemferts auch die Benzinpreise in Deutschland steigen. "Es ist damit zu rechnen, dass der Ölpreis und auch die Benzinpreise aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko spürbar steigen werden. Insbesondere deshalb, da die Ölförderung in der Tiefsee in Amerika ausgesetzt werden soll."

Der Auto Club Europa (ACE) kritisierte die Äußerungen Kemferts als "Stimmungsmache". "Man kann steigende Benzinpreise auch herbeireden und Spekulationen befeuern", erklärte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Das DIW spiele mit dieser Prognose den "Öl-Multis in die Hände und" biete ihnen eine "zweifelhafte Begründung für einen neuen Preisritt an den Tankstellen". Den Schaden trügen die Tankkunden davon, die als Pendler unterwegs seien und jetzt ihren Autourlaub planten.