Vorreiterrolle Europa

Tiefensee: Weniger Miet-Nebenkosten durch Klimaschutz

In der Klima-Debatte nimmt die Bundesregierung die Hausbesitzer in die Pflicht. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) verwies vergangene Woche darauf, dass bis zum Jahr 2020 rund 40 Milliarden Euro Heizkosten eingespart werden könnten, wenn die Möglichkeiten der Gebäudesanierung ausgenutzt würden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Tiefensee erinnerte letzte Woche auf einer EU/G8-Konferenz zum Thema Energieeffizienz daran, dass durch Gebäude rund 20 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland entstehen. Mit gut isolierten Wohnungen und Häusern könnten die Heizkosten für eine 83 Quadratmeter große Mietwohnung um bis zu 500 Euro im Jahr gesenkt werden. Tiefensee verwies auf den für 2008 geplanten Energieausweis für Gebäude. Damit erhielten Miet- und Kaufinteressenten einen klaren Überblick über die zu erwartenden Heiz- und Warmwasserkosten. Das Bundeskabinett will darüber am Mittwoch beraten.

Gabriel appellierte an die Auto- und Benzinhersteller, sparsamere Motoren sowie biologische und CO2-arme Kraftstoffe zu entwickeln. Der Umweltminister will sich ferner dafür einsetzen, den Flugverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen.

Bundespräsident Horst Köhler sieht Europa in einer Vorreiterrolle für den Klimaschutz. Zwar könne Europa mit einem Anteil von 15 Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen allein nicht das Weltklima retten, sagte Köhler dem Bonner "General-Anzeiger". "Ich finde es aber richtig, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen, weil wir nur dann glaubwürdig entsprechende Anforderungen auch von Ländern wie den USA, China und Indien verlangen können", betonte der Präsident. Er forderte ferner einen verstärkten Technologietransfer in Entwicklungsländer und von der deutschen Wirtschaft eine weltweite Führungsrolle bei Klimatechnologien.

Vage äußerte sich Köhler zum Thema Atomenergie. Er verwies auf international unterschiedliche Ansichten. Ihm seien aber "keine ernst zu nehmende Stimmen" bekannt, die ihr Eintreten für die Atomkraft damit begründen, dass darin "das allumfassende Patentrezept zur langfristigen Lösung des Klimaproblems" liege. Notwendig sei ein ausgewogener Energiemix mit einem Ausbau der Erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast verlangte eine engere Verzahnung von Bund, Ländern und Kommunen in der Klimaschutzpolitik. Sie forderte die Ministerpräsidenten auf, zeitnah eine gemeinsame Umweltstrategie zu entwickeln.