Zum 1. Januar 2008

Tiefensee stellt Details zum Energieausweis vor

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am Mittwoch Einzelheiten über den Kompromiss zur Einführung von Energieausweisen für Wohngebäude mitgeteilt. Danach wird es, in Abhängigkeit vom Baujahr, sowohl einen bedarfs- und einen verbrauchsorientierten Ausweis geben.

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Berlin (ddp/sm) - Wie der Minister in Berlin erläuterte, soll es ab 2008 zwei Arten von Energieausweisen geben: Der bedarfsorientierte Ausweis wird Pflicht für alle Gebäude, die bis zu vier Wohneinheiten haben und vor 1978 errichtet worden sind. Damals wurde die erste Wärmeschutzverordnung eingeführt. Der bedarfsorientierte Ausweis werde ebenfalls Pflicht, wenn Mittel aus dem Gebäudesanierungsprogramm beantragt werden.

Für Wohneinheiten, die nach 1978 gebaut wurden, bestehe dagegen Wahlfreiheit zwischen dem bedarfs- und dem verbrauchsorientierten Ausweis, sagte Tiefensee. Letzterer basiere auf Messungen und belege den Verbrauch des Wohnungsnutzers in der Vergangenheit, während der bedarfsorientierte Ausweis anhand des Bauzustandes der Wohneinheit berechnet werde und den Bedarf unabhängig von den Verbrauchsgewohnheiten des Benutzers ausweisen solle.

Vermietern gebe der Energieausweis Handlungsanleitungen, um die Energiebilanz ihrer Gebäude zu verbessern, sagte Tiefensee. Mieter profitierten dagegen von einer verbesserten Transparenz, da die Höhe der Nebenkosten genauer bezifferbar werde. Zudem sei es möglich eine Gebäude-Rangliste zu erstellen, hob Tiefensee hervor. Der Energieausweis werde nur bei Neu-Vermietungen oder Verkäufen von Wohnungen und Gebäuden nötig.

Der Minister rechnet nach dem möglichen Inkrafttreten des Energieausweises zum 1. Januar 2008 mit einer steigenden Nachfrage nach den Ausweisen. Die Kosten bezifferte er auf 40 bis 60 Euro für den verbrauchsorientierten und auf 80 bis 120 Euro für den bedarfsorientierten Ausweis.

Die Bundesregierung wollte den Energieausweis ursprünglich bereits Anfang nächsten Jahres einführen. Ein Entwurf der neuen Energieeinsparverordnung sah vor, dass Eigentümer oder Vermieter wählen können zwischen einem ingenieurtechnisch berechneten Bedarfsausweis und einem Verbrauchsausweis, der lediglich die Stromrechnungen der zurückliegenden drei Jahre berücksichtigt.