Solarmodule von Odersun

Tiefensee eröffnet erste der drei Frankfurter Solarfabriken

Am Donnerstag sollen die Anlagen in der neu erbauten Produktionshalle der Odersun AG im Frankfurter Technologiepark Ostbrandenburg anlaufen. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) werden die Produktion so genannter Dünnschichtsolarzellen starten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Oder (ddp.djn/sm) - Damit nimmt die erste der drei Solarfabriken, die derzeit in Frankfurt (Oder) errichtet werden, offiziell ihre Arbeit auf. Die etwa 2200 Quadratmeter große Solarfabrik "Sun One" sei in nur einem Jahr hochgezogen worden, sagt der kaufmännische Odersun-Vorstand Ramin Lavae Mokhtari nicht ohne Stolz. Die Firma will eine im benachbarten Frankfurter Institut für Solartechnologien (IST) entwickelte und weltweit patentierte Technologie umsetzen. In der neuen Halle werden einen Zentimeter breite und nur 0,1 Millimeter dünne Solarbänder auf Kupferbasis produziert, die dann auf beliebige Länge geschnitten und flächendeckend nebeneinander verklebt werden. Jährlich sollen bei "Sun One" nach Mokhtaris Angaben 6000 Kilometer Solarbänder von der Rolle laufen.

Zunächst werden bei Odersun Freifeldanlagen für Solarparks produziert, so der Firmenchef. Dabei fangen einseitig in Glas verpackte Module Sonnenenergie zur Stromerzeugung auf. Später sollen biegsame Solarmodule in die Außenseiten von Taschen integriert werden, ein Modell dafür gibt es schon. Der Nutzer könne dann quasi beim Spazierengehen sein Handy oder Notebook aufladen. Auch die Integration von Solarmodulen in Gebäude sei geplant.

"Wir haben die Flexibilität, für verschiedene Marktbereiche und in jeder Größe zu produzieren", hebt Mokhtari die Vorteile der Technologie hervor. Das wirke sich auch auf die Kosten aus. In der Fabrik sollen nach seinen Angaben 80 Menschen beschäftigt werden, bisher seien 30 Mitarbeiter eingestellt. Die volle Kapazität werde mit dem Vierschichtbetrieb nach dem Einfahren der Anlagen erreicht. Mittelfristig wolle die Frankfurter Firma auch an die Börse gehen.

"Ich hoffe, dass wir schnell wachsen und aus der Region heraus etwas Innovatives etablieren", so Mokhtari. Denn die jetzige Halle solle nur der Anfang sein. Derzeit werde schon die Fabrik "Sun Two" geplant, in der statt einer dann sechs Produktionslinien stehen sollen. Ein Standort stehe aber noch nicht fest. Später könnten nach diesem Modell weitere Fabriken gebaut werden. "Wir wollen einer der größten Modulhersteller der Welt werden", gibt Mokhtari die Richtung vor.

Zur Eröffnungszeremonie am Donnerstag werden rund 300 Gäste erwartet. Platzeck ist zum wiederholtem Mal dabei. Er war schon 1996 - damals noch als Umweltminister - zur Grundsteinlegung des IST in Frankfurt gewesen und besichtigte im Dezember 2006 die Produktionshalle "Sun One". Neben Odersun errichten das US-Unternehmen First Solar für 115 Millionen Euro und der Hamburger Solaranlagenhersteller Conergy für 250 Millionen Euro Produktionsstätten in Frankfurt. Beide sollen ebenfalls in den nächsten Wochen und Monaten eröffnet werden.