520.000 Häuser pro Jahr

Tiefensee: Energieausweis soll zur Gebäudesanierung beitragen

Der neue Energieausweis für Häuser soll nach dem Willen der Bundesregierung deutlich zur Sanierung bestehender Gebäude beitragen. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, Ziel sei es, dass bis zum Jahr 2020 jedes Jahr drei Prozent des Gebäudebestands modernisiert werde. Das entspreche rund 520.000 Häusern pro Jahr.

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Berlin (ddp/sm) - Der Energieausweis könne dabei als Druckmittel dienen, sagte Tiefensee weiter. So setze sich sein Ministerium dafür ein, dass Mieter die Rechnung über die Heizkosten künftig um bis zu 12 Prozent kürzen könnten, wenn sich der Vermieter energetischen Sanierungen verweigere. Eine Einigung in der Koalition zu dem Thema solle es bis Ende dieses Jahres geben, sagte Tiefensee.

Nach Schätzungen des Bauministers könnten durch umfangreiche energetische Gebäudesanierungen bis zum Jahr 2020 rund 20 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Zugleich könnten die Energiekosten in dem Zeitraum insgesamt um 40 Milliarden Euro gesenkt werden.

Wie viele Energieausweise eine Woche vor Inkrafttreten des Ausweispflicht bereits ausgegeben wurden, sei unklar, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler. Zahlen, wonach bereits 80 Prozent der Haus- und Wohnungsvermieter einen Ausweis besäßen, konnte er nicht bestätigen. Er wissen lediglich, dass in den vergangenen anderthalb Jahren monatlich bis zu 120.000 Anfragen nach einem Energieausweis in seiner Agentur eingegangen seien. Dabei sei die dena nur eine unter mehreren Stellen, die die Ausweise ausgebe.

Die Ausweise kosten laut dena derzeit zwischen 100 und 300 Euro. Sollten Vermieter oder Verkäufer die Pässe nicht vorlegen können, drohen ihnen Strafen von bis zu 15.000 Euro.