Projekt

Thüringer Landesregierung unterstützt Unternehmen beim Emissionshandel

In einem Verbundprojekt mit Bayern und Hessen werden insgesamt zwölf Thüringer Betriebe das System erproben und testen. Mit diesem Instrument wird Unternehmen die eigenhändige Erfassung und Bewertung ihrer klimarelevanten betrieblichen Prozesse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie ein einheitlicher Datentransfer mit den Behörden ermöglicht.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Im europäischen Raum schärfen sich zunehmend die Konturen für den Handel mit Emissionsberechtigungen als ein neues marktwirtschaftliches Instrument zur Verringerung der Treibhausgase auf wirtschaftlich effiziente Weise. Der Richtlinienentwurf der Europäischen Union zum Emissionshandel steht kurz vor der Verabschiedung. Danach soll die erste Handelsphase bereits 2005 anlaufen. Auch Thüringer Betriebe werden von der Richtlinie betroffen sein.

Die Bundesregierung bereitet momentan die nationale Allokation vor, d. h. die Erstzuteilung der Emissionsrechte an die deutschen Wirtschaftsunternehmen mit Anlagen, die klimaschädliche Gase in beträchtlichen Umfang emittieren. Von den 6000 bis 7000 Anlagen deutschlandweit sind in Thüringen knapp 100 betroffen. Viele Fragen müssen in den Unternehmen mit zuverlässigen Betriebsdaten beantwortet werden, damit die Erstzuteilung auskömmlich gestaltet werden kann. "Hierbei wird das Land die Thüringer Unternehmen unterstützen", sagte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar.

In einem Verbundprojekt mit Bayern und Hessen sowie der Fa. Lahmeyer International als Entwickler des datenbankbasierten Kohlendioxid–Monitoring–Systems werden insgesamt zwölf Thüringer Betriebe dieses System erproben und testen. Mit diesem Instrument wird Unternehmen die eigenhändige Erfassung und Bewertung ihrer klimarelevanten betrieblichen Prozesse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie ein einheitlicher Datentransfer mit den Behörden ermöglicht. Im Ergebnis gewinnen die Unternehmen einen Vorlauf in der Allokationsvorbeitung und eine Grundlage für die künftige Teilnahme am Emissionshandel.

Der Freistaat trägt knapp 70 Prozent der Kosten für die Beratungsleistungen des Pilotprojektes, die teilnehmenden Betriebe etwa 30 Prozent. Die sich beteiligenden Unternehmen haben sich in einer Vereinbarung u. a. dazu verpflichtet, sich in Erfahrungsaustauschkreisen mit anderen betroffenen Thüringer Betrieben einzubringen. Das Verbundprojekt wird vom Verband der Wirtschaft Thüringens und dem Institut der Wirtschaft Thüringens fachlich unterstützt.