Zweifel

Thüringen: Grüne fordern Gutachten zu Hochspannungsleitungen

Die Thüringer Grünen zweifeln am Sinn der geplanten Energieleitungen durch den Thüringer Wald. Gutachter müssten die volkswirtschaftliche Notwendigkeit der geplanten Trasse überprüfen, forderte der Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen am Dienstag in Erfurt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Bei einem solch drastischen Eingriff in das Ökosystem des Thüringer Waldes sei eine detaillierte Untersuchung unumgänglich. Das Argument des Energiedienstleisters Vattenfall, wonach die Kosten für eine solche Überprüfung zu hoch seien, könne nicht objektiv begründet werden.

Gleichzeitig kritisierte der Grünen-Vorstand, die Firma Vattenfall gebe an, dass Energie aus Windkraftanlagen über die Trasse geleitet werden könnte. Es sei jedoch anzunehmen, dass vor allem Energie aus Atom- und Braunkohlekraftwerken über die Leitungen transportiert würden. Außerdem müsse die Bedeutung des Thüringer Waldes als touristische Attraktion bedacht werden. Der Bau der Hochspannungsleitungen würde jedoch das Erscheinungsbild des Waldes dauerhaft zerstören.

Vattenfall will nach eigenen Angaben die 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern bauen, um neue Transportkapazitäten zu schaffen und erneuerbare Energien zum Netzknoten ins bayerische Redwitz transportieren zu können.