Standortnachteil

Thüringen: Dauerhaft hohe Strompreise

Privatkunden und Wirtschaft in Thüringen müssen sich wohl dauerhaft auf hohe Energiepreise einstellen. Da die Regionalversorger den Strom selbst teuer einkaufen müssten, könnten Anträge auf Preiserhöhung in der Regel nur abgemildert werden, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) heute in Erfurt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Grund sei, dass die Preise an der Leipziger Strombörse nur von vier Großanbietern vorgegeben würden. "Das ist der Webfehler", sagte Reinholz. Der Wettbewerb unter den Stromerzeugern habe sich nicht so wie erhofft entwickelt. Gleichzeitig betonte er, dass die von allen 30 Thüringer Regionalversorgern beantragten Preissteigerungen vom Ministerium in der Regel zumindest reduziert wurden.

Im Schnitt seien die Preise um 0,83 Cent je Kilowattstunde angehoben worden, der durchschnittliche Anstieg betrage 3,5 bis vier Prozent. 18 Anträge habe sein Ministerium gekürzt. Reinholz verwies zudem darauf, dass 60 Prozent der Thüringer Strompreises auf Netzentgelte entfielen. Das Ministerium habe die Regionalversorger in den Bescheiden verpflichtet, sinkende Netzentgelte an die Kunden weiterzugeben.

Wenig Hoffnung machte der Minister auch den Industriekunden. E.ON Thüringen als größter Stromanbieter im Freistaat verlange deutschlandweit die höchsten Industrie-Strompreise. Sie lägen 17 Prozent über dem bundesweit günstigsten Anbieter und elf Prozent über dem Durchschnitt. Mit dem Standortnachteil müsse Thüringen leben.