Husarenritt

Thoben will beim Börsengang der RAG mitsprechen

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) hat den Börsenplänen der Essener RAG einen Dämpfer verpasst. Der "Husarenritt an die Börse" von RAG-Chef Werner Müller werde nicht so einfach von der Landesregierung durchgewinkt, sagte Thoben dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp-nrw/sm) - Die Regierung wolle bei der kompletten Konzernaufspaltung mitsprechen, hieß es weiter.

Es seien 128 Milliarden Euro an Beihilfen in das Unternehmen geflossen, davon allein 25 Milliarden Euro aus Nordrhein-Westfalen, betonte die Ministerin. "Wer fast 2,5 Milliarden Euro Steuergelder jedes Jahr kassiert, muss sich gefallen lassen, dass der Staat genauer prüft, was mit dem Geld passiert."

Thoben kritisierte auch, dass sich die RAG-Altgesellschafter RWE, E.ON und ThyssenKrupp für den symbolischen Preis von einem Euro "aus dem Risiko kaufen" können. Die Ministerin will klären, was dies für die Haftung des Landes bedeute.

Thoben machte deutlich, dass RAG-Chef Müller den Börsengang mit der rot-grünen Vorgängerregierung fest verabredet hatte: "Der hatte sich auf einen Regierungswechsel nicht eingestellt und war mit dem Thema durch." Dem RAG-Konzern werden laut Thoben drei Millionen Euro an Subventionen abgezogen, die Müller im Landtagswahlkampf 2005 für eine Anzeigenkampagne ausgegeben habe.