Nicht vor Investitionen zurückschrecken

Thoben fordert Kommunen zu mehr Energieeffizienz auf

Straßenbeleuchtung oder der Energiebedarf kommunaler Liegenschaften verursachen hohe Kosten für Verwaltungshaushalte. Daher forderte Ministerin Thoben auf der Tagung "Energieeffizienz ist machbar" der EnergieAgentur.NRW Kommunen und Wohnungswirtschaft zu mehr Entschlossenheit bei Energieeffizienz auf.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Wuppertal/Duisburg (red) - "Unsere Städte und Gemeinden müssen jetzt die Weichen stellen, um langfristig nicht von Energiekosten erdrückt zu werden," konstatierte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Es könne sich künftig "teuer bezahlt machen", wenn man jetzt vor "notwendigen Investitionen in die Energieeffizienz" zurückschrecke, so die Ministerin.

Thoben rief die Kommunen auf, alle Möglichkeiten der Effizienzsteigerung zu prüfen, dazu würde auch die Teilnahme am European Energy Award (eea) gehören. Der eea ist ein europaweites Zertifizierungsverfahren, dass die Bemühungen von Kommunen um Energieeffizienz nachweist. In NRW wird der European Energy Award von der EnergieAgentur.NRW koordiniert und vom NRW-Wirtschaftsministerium gefördert.

Darüber hinaus sprach die Ministerin über die energetische Sanierung kommunaler Liegenschaften, der aus wirtschafts- und klimapolitischen Gründen ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird. Das Marktpotenzial für die energetische Sanierung werde bundesweit auf rund 350 Milliarden Euro geschätzt. Neben positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verspreche die systematische Sanierung des Altbaubestandes durch eine Reduktion des Heizenergieverbrauchs auch eine klimarelevante Verringerung der CO2-Emissionen.

Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, unterstrich die betriebswirtschaftlichen Vorteile von Energieeffizienz für Wohnungsbauunternehmen. "Vom Gesamtenergieverbrauch eines Privathaushaltes entfallen rund 85 Prozent auf Raumheizung und Warmwasserbereitung." Die Mieter setzen sich heute stärker denn je kritisch mit dem Thema Energie auseinander, was mit der " Einführung des Energieausweis noch einmal verstärken wird", so Hüttenhölscher.

Einsparung bei Straßenbeleuchtung

Auf der Tagung, die im Rahmen der Energieeffizienzoffensive der Landesregierung "NRW spart Energie" stattfand, wiesen Experten zudem darauf hin, dass sich den Kommunen neben der Gebäudesanierung noch weitere lohnende Möglichkeiten bieten würden, den Stadtsäckel zu entlasten. Gerade in den vergangenen Jahren habe es Fortschritte bei der Effizienzsteigerung der Straßenbeleuchtung gegeben. So werden beispeilsweise die Stromeinsparung durch Spannungsabsenkung im Beleuchtungsnetz getestet. Dabei springen ohne Umrüstung der Straßenlaternen mindestens 30 Prozent Stromeinsparung heraus, ohne dass eine Lampe ausgeschaltet werden muss. "Das menschliche Auge bekommt von der Reduzierung des Energieverbrauchs gar nichts mit", erklärte Hüttenhölscher. Das Projekt rentiere sich innerhalb von acht bis zehn Jahren.