Anlagen nicht wirtschaftlich

Thermoselect S.A. gegen EnBW: Schadenersatzansprüche wegen Claassen-Aussagen

Zwischen dem Schweizer Hochtemperatur-Recyclingunternehmen Thermoselect und dem deutschen Stromkonzern EnBW ist es zu einem Eklat gekommen. Bei einer Pressekonferenz Anfang Juli hatte der neue EnBW-Chef Utz Claassen die potenzielle Ertragsbelastung für dieses Jahr bekannt gegeben und dabei insbesondere auf die Risiken bei Salamander und Thermoselect hingewiesen.

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Nun haben die Schweizer Claassen aufgefordert, seine geschäftsschädigenden Aussagen zu unterlassen. Diese Aussagen seien geeignet, den Eindruck zu erwecken, die Thermoselect-Technologie sei nicht wirtschaftlich und "stehe vor dem Aus". Sie weisen darauf hin, dass die Ausführungen von Claasen ausschliesslich das Thermoselect-Engagement der EnBW oder die Thermoselect Südwest GmbH nicht aber die Thermoselect-Technologie im allgemeinen betreffen. Zudem hätte sich die Thermoselect-Technologie bewährt. Aus diesem Grund werden derzeit Schadenersatzansprüche gegen Prof. Claassen geprüft.

Die Reaktion aus Karlsruhe ließ nicht lange auf sich warten: Es bestehe keinerlei Anlass, Aussagen zum Themenkomplex Thermoselect künftig zu unterlassen, heißt es aus der EnBW-Zentrale. Die Äußerungen von Claassen stünden nicht im Widerspruch zu den gültigen offiziellen Stellungnahmen von EnBW gegenüber der Thermoselect S.A. Aus diesem Grund seien sie in jeglicher Hinsicht korrekt und zutreffend. Und auch EnBW droht nun bei weiteren "unzutreffenden" Behauptungen mit rechtlichen Konsequenzen.