In Leipzig

Themen auf der terratec: Emissionshandel und Biogas-Verstromung

Die Energiebranche trifft sich derzeit in Leipzig zur terratec. Zu den Themen gehören neben der Wirksamkeit des Emissionshandels als Klimaschutzinstrument auch die Chancen der Energiegewinnung durch Biogasanlagen, die besonders für ostdeutsche Agrarbetriebe interessant ist.

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Leipzig (ddp-lsc/sm) - Unmittelbar vor Beginn des deutschlandweiten Kohlendioxidhandels an der Leipziger Strombörse EEX gibt es bei Unternehmen und Politikern weiter Streit um die Wirksamkeit dieses Instruments. Der Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestages, Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD), sagte auf der Leipziger Energie- und Umweltmesse "terratec", er habe keine Bedenken, dass die deutsche Industrie die Klimaziele des Kyoto-Protokolls - eine Verringerung des Ausstoßes um fünf Prozent bis 2012 - erreichen wird. Seiner Ansicht nach aber muss der Handel mittelfristig noch ausgeweitet werden, beispielsweise auf den Flug- und Autoverkehr.

Rückendeckung bekam von Weizsäcker vom Sprecher für nachhaltige Entwicklung der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kauch. Ziel des Emissionshandels sei es durchaus, in Branchen wie der Braunkohleförderung technische Innovationen auszulösen. Er räumte jedoch ein, dass beim Emissionshandel bisher das Erdgas als Energieträger gegenüber der Braunkohle bevorzugt werde. Mittelfristig sehe er jedoch wieder Chancen für die Kohle, wenn es der Branche gelinge, das bei der Kohleverstromung freiwerdende Kohlendioxid zu binden, so dass es nicht mehr in die Atmosphäre gelangen kann.

Ein riesiges Energiepotenzial sehen Experten wie auch Industrie indes vor allem in der Energiegewinnung durch Biogasanlagen. Auf bis zu 50 Prozent der Ackerfläche könne Biomasse angebaut werden, ohne Einbußen bei der Lebensmittelproduktion befürchten zu müssen, sagte der Projektleiter für Umwelttechnik des österreichischen Anlagenbauers Thöni, Gert Wagner. Vor allem für ostdeutsche Agrarbetriebe, die über große Flächen verfügen, biete sich hier ein lukrativer Markt. Gesicherter Absatz und garantierte Preise führten zu einer Amortisierung der rund eine Million Euro teuren Anlagen binnen sieben Jahren.

Volker Petersen von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe warnt lediglich noch vor Kinderkrankheiten bei der Technik großer Biogasanlagen. Auch dürfe die Logistik nicht unterschätzt werden. Ansonsten, so ist er sich sicher, ist die Energiewirtschaft ein lohnendes weiteres Standbein für die Bauern vor allem im Osten.

Von Matthias Hasberg