Konjunkturrisiko

Teures Öl: Wirtschaft erwartet kaum Preiserhöhungen

Verbraucher in Deutschland müssen nach Ansicht der Wirtschaft kaum Preiserhöhungen aufgrund der steigenden Ölpreise fürchten. Die Unternehmen hätten "angesichts des äußerst preisbewussten deutschen Konsumenten" kaum Spielräume, die steigenden Kosten durch höhere Preise zu kompensieren.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, der Nachrichtenagentur AFP. "Hier geht die Preissteigerung im Moment voll zulasten der ohnehin knappen Margen."

Der hohe Ölpreis treffe die Verbraucher allerdings an der Tankstelle. Wenn die Deutschen beim Tanken mehr ausgeben müssten und dadurch weniger Geld für andere Waren zur Verfügung hätten, entwickle sich der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise so "für immer mehr Branchen zum Konjunkturrisiko Nummer eins", sagte Wansleben.

In der vergangenen Woche war der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent erstmals seit über zwei Jahren wieder über die Marke von 100 Dollar geklettert. Das treibe vor allem in energieintensiven Branchen - wie der Papier-, Glas-, Metall-, und Chemieindustrie - die Produktionskosten in die Höhe, erklärte der DIHK.

Um sich gegen starke Preisschwankungen abzusichern, kaufe fast jedes dritte Industrieunternehmen seine Rohstoffe über Termingeschäfte, erklärte der DIHK. Gegen einen generellen Trend von Preissteigerungen helfe das aber nicht. "Daher verstärken die Industrieunternehmen ihr Forschungs- und Entwicklungsengagement und suchen nach neuen Lieferanten, Rohstoff-Quellen und Ersatzmaterialien", sagte Wansleben.