Hitzewelle

Teurer Strom: SWU rechnet mit Preissteigerung

Die seit Mitte Mai anhaltende Hitze und Trockenheit wirkt sich auch auf den Energiemarkt aus. Die zunehmende Belastung der Stromnetze durch Klimageräte hat die Nachfrage nach kurzfristig verfügbarer Kraftwerksleistung angeheizt und die Einkaufspreise für Strom nach oben getrieben. Das spüren auch die SWU Energie und ihre Energiehandelstochter Energie Plus in Ulm.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Strom zur Abdeckung von Bedarfsspitzen ist auf dem Spotmarkt derzeit rund sieben Mal so teuer wie sonst üblich. Die so genannten Stundenpreise erreichen teilweise 50 Cent je Kilowattstunde. Das normale Preisniveau liegt bei sechs bis sieben Cent. Hinzu kommt, dass bei vielen Stromversorgern die eigenen Produktionskapazitäten gleichfalls aufgrund der Hitze eingeschränkt sind. Das Niedrigwasser in Donau und Iller hat im Monat Juni in den SWU-Wasserkraftwerken zu einem Erzeugungsrückgang von etwa 30 Prozent geführt. Nur knapp zehn Millionen Kilowattstunden Strom produzierten die Generatoren. Das langjährige Juni-Mittel liegt bei etwa 13 Millionen Kilowattstunden. Derzeit kommen am Wasserkraftwerk Böfinger Halde nur etwa 50 000 Liter Donauwasser pro Sekunde an. Das reicht nicht einmal aus, um eine der beiden Turbinen auszulasten.

"Die sommerlichen Spitzenpreise am Spotmarkt werden sicherlich wieder zurückgehen. Doch die Marktpreise werden mittelfristig auf einem hohen Niveau verharren – für Händler wie für Verbraucher", schätzt Thomas Deyerberg, Geschäftsführer der Energie Plus, die allgemeine Lage ein. Denn in den fünf Jahren seit Einführung des Wettbewerbs hätten die wenigen großen Stromproduzenten deutlich an Marktmacht zugelegt. Die großen Kraftwerksbetreiber hätten Reservemengen zurückgefahren und unrentable Kraftwerke stillgelegt. Es gebe kein Strom-Überangebot mehr wie noch vor der Liberalisierung. Deyerberg: "Seit dem Jahr 2000 spüren wir diese Verknappung an den kontinuierlich angestiegenen Einkaufspreisen." Deyerberg rechnet damit, dass die SWU eine Anpassung ihrer Strompreise an diese Marktentwicklung nicht vermeiden kann.