Pilotprojekt

Teufel will Erdwärme aus "Schattendasein" holen

Um sein Land zum Vorreiter bei der Nutzung von Erdwärme zu machen, startete Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) gestern eine Initiative zur Förderung der Geothermie. Sie sieht u.a. die finanzielle Unterstützung eines Geothermie-Kraftwerks am Forschungszentrum Karlsruhe vor.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) will sein Land zum Vorreiter bei der Nutzung von Erdwärme machen. Er kündigte gestern in Stuttgart eine Initiative zur Förderung der so genannten Geothermie an. Sie sieht die finanzielle Unterstützung eines Geothermie-Kraftwerks am Forschungszentrum Karlsruhe vor. Auch Erdwärmesonden sollen gefördert werden. Über die Höhe der Fördermittel wurden mit Blick auf die noch andauernden Haushaltsberatungen zunächst keine Angaben gemacht.

Teufel betonte, die erneuerbare, umweltschonende und kostengünstige Geothermie werde bislang zu wenig genutzt. Dabei übersteige bereits das mit heutiger Technik nutzbare Potenzial die fossilen Reserven von Kohle, Erdöl und Gas um das Dreifache. Der Ministerpräsident hob hervor, dass Geothermie Strom und Wärme ohne Freisetzung von Kohlendioxid produziert. Auch könne Erdwärme anders als bei Wind- und Sonnenenergie unabhängig vom Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit Verbrauchsenergie liefern.

Teufel fügte hinzu, das Land wolle die Geothermie aus ihrem "Schattendasein in Deutschland" herausholen. Baden-Württemberg sei dabei für eine Vorreiterrolle geradezu prädestiniert, weil der Oberrheingraben die günstigsten Voraussetzungen Mitteleuropas für die Erdwärmenutzung biete. Während im Durchschnitt in Deutschland die Temperatur pro 100 Meter Tiefe nur um drei Grad zunehme, seien es im Oberrheingraben bis zu sechs Grad.