Ungenaue Abrechnung

Test: Stromzähler messen zu hohen Verbrauch

Energiesparlampe, Öko-Kühlschrank, Zeitschaltuhren: Die Deutschen reagieren mit Energiesparmaßnahmen auf die steigenden Strompreise. Dabei könnte das "teuerste Problem" in den Stromzählern liegen, die teilweise nicht mehr korrekt messen - zu Gunsten des Stromlieferanten, berichtet das Magazin "Akte 08".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Sat.1-Magazin "Akte 08" hat bei Stichproben im gesamten Bundesgebiet festgestellt, dass zahlreiche Stromzähler nicht den tatsächlichen Stromverbrauch angeben. In allen Fällen stellte der Stromzähler den Verbrauch immer zu Ungunsten des Kunden dar.

Nach einem ersten Fernsehbeitrag zu dem Thema am 1. Juli 2008 hatten sich zahlreiche Zuschauer mit dem Verdacht gemeldet, dass auch ihr Stromzähler nicht korrekt misst. Bei erneuten Überprüfungen stellte der gerichtlich zugelassene Gutachter Günther Wünsch fest, dass von ihm stichprobenartig ausgemachte Zähler in Privathaushalten den Energieverbrauch bis zu 50 Prozent höher angaben, als tatsächlich Strom verbraucht wurde.

Inzwischen schätzt der Experte, dass "40 bis 50 Prozent der alten Zähler nicht mehr genau laufen". Im Regelfall zum Nachteil des Kunden. "Das ist ein extrem schlechtes Ergebnis für die Verbraucher", so Wünsch. In einem Testhaushalt ist der bei der Überprüfung gemessene Zählerstand um 49 Prozent höher als der tatsächliche Stromverbrauch. "Wir haben schon geglaubt, dass unsere elektrischen Geräte defekt sind", so die Familie, die empört ist, dass sie wegen des ungenauen Stromzählers Hunderte Euro pro Jahr zu viel bezahlt hat.