Fukushima

Tepco will Meeresboden mit Beton abdichten

Der Meeresboden vor dem havarierten Atomkraftwerk in Fukushima/Japan soll Berichten zufolge großflächig zubetoniert werden, um den Ozean vor einer weiteren Kontaminierung zu bewahren. Die Betondecke soll so groß wie zehn Fußballfelder werden. Währenddessen gehen die Aufräumarbeiten weiter, ein Ende ist nicht in Sicht.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Tokio (red) - 73.000 Quadratmeter soll die Betondecke in der Fläche groß sein - und 60 Zentimeter dick. Das hat der Betreiber des Kraftwerks, Tepco, laut Frankfurter Allgemeine mitgeteilt. Eine weitere Kontaminierung des Ozeans soll damit verhindert werden. Bei Messungen in der Bucht seien relativ hohe Werte festgestellt worden.

Die Betonplatte soll verhindern, dass die radioaktiven Stoffe weiter im Ozean verteilt werden. Nach der Katastrophe im März vergangenen Jahres waren große Mengen an verstrahltem Kühlwasser in den Pazifik gelaufen. Es soll nun drei bis vier Monate dauern, bis die Betonplatte fertig ist, die den Meeresboden 50 Jahre lang an Ort und Stelle halten soll.

Fukushima: Trotz Kaltabschaltung riskant

Der Plan des Betreibers, so die Zeitung, sei Teil einer PR-Offensive. In dieser Woche habe auch erstmals seit Ende 2011 eine Gruppe von Journalisten Teile der Atomanlage besichtigen dürfen. Damals wurde offiziell die Kaltabschaltung bekanntgegeben. Dennoch steigen teilweise die Temperaturen in den Reaktoren, immer wieder kommt es zu Lecks. Auch wird weiter Wasser als Kühlflüssigkeit benötigt, womit die Wiederaufbereitungsanlage laut der Zeitung überlastet ist.

Journalisten besuchen Fukushima

Auch die Strahlung ist weiterhin hoch: Die Journalisten durften, mit Schutzanzügen ausgestattet, das zerstörte Gehäuse von Reaktor 4 anschauen. Am Standort betrage die Strahlungsdosis ein Millisievert pro 24 Stunden - so viel, wie ein Mensch innerhalb eines Jahres abbekommen darf. Medienberichten zufolge sind mehrere Tausend Arbeiter, die mit den Aufräumarbeiten und der Kühlung beschäftigt sind, täglich dieser Strahlung ausgesetzt.