Studie

Tempolimit verbessert nicht automatisch die Luftqualität

Tempolimits auf innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen verbessern nicht zwangsläufig die Luftqualität. Das ist das Ergebnis von zwei Untersuchungen, die die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hat und die kürzlich in Karlsruhe vorgestellt wurden.

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Karlsruhe (dapd/red) - Demnach kann ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern zwar die Entstehung von Feinstaub durch Straßen- und Reifenabrieb vermindern, dafür nehmen aber motorbedingte Emissionen von Feinstaub meist zu. Bei gestörtem Verkehrsfluss kann ein Tempolimit den Geschwindigkeitsverlauf verstetigen, was die Stickstoffoxid-Emissionen senkt. Bei gutem Verkehrsfluss hingegen sorgt ein Tempolimit tendenziell dafür, dass der Ausstoß von Stickstoffoxid ansteigt.

Tempolimit von 120 erneut im Fokus

Andere Studien kommen indes zu unterschiedlichen Ergebnissen, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Fragestellung immer wieder graduell unterscheidet. So hatte eine Studie des Umweltbundesamtes aus 2010 resümiert, dass ein generelles Tempolimit von 120 Stundenkilometern, wie es aktuell auch SPD-Chef Gabriel fordert, die CO2-Emissionen des Autoverkehrs um über neun Prozent mindern könnte. Der Feinstaubgehalt stand hierbei nicht im Fokus.