Liquiditätslücke

Teldafax soll in finanziellen Schwierigkeiten stecken (Upd.)

Der Stromanbieter Teldafax soll ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten haben und schon seit längerem überschuldet sein. Grund für die Probleme soll das Geschäftsmodell sein, das nach einer Art Schneeballsystem funktioniert, bei dem hohe Vorauszahlungen eine Weile für Liquidität sorgen. Der Konzern selbst bestreitet jedoch die missliche Lage.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Troisdorf (red) - Vorstände des Konzerns sollen die Verschuldung gegenüber dem Handelsblatt eingeräumt haben. Ende 2009 soll das Unternehmen, das seit 2007 Strom und seit 2008 auch Gas liefert, bereits 500.000 Kunden gehabt haben. Neue Kunden würden durch billige Preise geworben, die noch unter dem Einkaufspreis lägen. Durch die Masse der Kunden und hohe Vorauszahlungen könnten finanzielle Löcher gestopft und der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten werden.

Laut Handelsblatt soll Teldafax bereits 2007 ein Minus von 100 Millionen Euro verzeichnet haben. Damals wurde die Überschuldung durch eine Verschmelzung von Geschäftsfeldern abgewendet. Für die Jahre 2008 und 2009 lägen weiterhin noch keine testierten Bilanzen vor. Der ehemalige Finanzvorstand Assadi habe gemerkt, dass wesentliche Geschäftszahlen fehlten. Daraufhin habe er Wirtschaftsprüfer ins Haus geholt und 2009 mitgeteilt, er sei der Überzeugung, die Firme müsse zeitnah Insolvenz anmelden. Dies bestreitet der Stromanbieter jedoch. Assadi wurde kurz darauf aus dem Vorstand abberufen.

Das Handelsblatt berichtet weiter, der ehemalige Vorstandschef Josten sei wegen Untreue bereits 2007 zu einer Haftstrafe verurteilt worden, was der Öffentlichkeit aber lange nicht bekannt war. Im September 2010 habe der aktuelle Vorstand Bath den inhaftierten Josten über eine Liquiditätslücke von 20 Millionen Euro informiert. Manager des Konzerns hätten jedoch betont, die Situation habe sich inzwischen geändert. Stille Reserven und Steuerersparnisse durch eine erneute Verschmelzung mehrerer Geschäftsfelder sollen die finanzielle Lage bessern.

Teldafax selbst spricht in einer aktuellen Pressemitteilung lediglich von Aufbauinvestitionen, die zu erwarten waren und davon, dass im nächsten Jahr erstmals Gewinne eingefahren werden sollen. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer habe in einem Gutachten die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells bestätigt. Fehlinformationen über die missliche Lage des Unternehmens seien eine gezielte Strategie von Wirtschaftskriminellen, die dem Stromanbieter schaden wollten.

Unwahr sei außerdem die Behauptung, dass Teldafax seinen Geschäftsbetrieb nur noch über Vorauszahlungen seiner Kunden aufrecht erhalten könne. 70 Prozent der Teldafax-Kunden würden ihre Rechnungen nicht über eine Vorauszahlung, sondern per monatlicher Zahlung begleichen.